Hoch hinaus in Wien: Auf 220 Metern Höhe
25.10.2012 | 10:08 | Tanja Rudolf (DiePresse.com)
Das 60. Obergeschoß des Vienna DC Tower steht kurz vor seiner Fertigstellung. Aus 220 Metern Höhe wirkt die nahe gelegene UNO-City wie ein Spielzeug-Haus. Im März werden die ersten Büros bezogen, ab Herbst 2013 erfolgt die Vollnutzung. Ein Besuch auf Österreichs höchster Baustelle.

Mit dem Außenaufzug „Alimak 4“ geht es bei der technischen Bauexkursion in vier Minuten auf 220 Meter Höhe: Der Ausstieg erfolgt erst im 60. und letzten Obergeschoß des höchsten Gebäudes Österreichs, dem Vienna Donau City (DC) Tower. Mit Antenne misst er 248 Meter. 300 Millionen Euro kostet der Gebäuderiese und zu Spitzenzeiten waren bis zu 600 Arbeiter Tag und Nacht auf der Baustelle im Einsatz. Der franzöische Stararchitekt Dominique Perrault überzeugte sich bereits selbst von dem neuen Landmark in unmittelbarer Nähe von Austria Center Vienna, der UNO-City und der Reichsbrücke.
In den unteren Stockwerken befinden sich die Büros, wo bereits die Teppiche verlegt sind. Anders weiter oben: Im letzten Obergeschoß wird der Estrich aufgetragen. Eine Woche wird für die Errichtung eines dreieinhalb Meter hohen Geschoßes gebraucht, und bis die Außenverglasung fertiggestellt ist. Der Anspruch für das Immobilienprojekt ist klar: „State of the Art“ in baulicher sowie technischer Hinsicht und ein zeitgemäßes Wahrzeichen für Wien. Um die 250.000 Tonnen des Towers zu tragen, wurden bis zu 17.000 Tonnen Stahl verbaut.
Das in 34 Monaten hochgezogene Gebäude wird als einer der ersten österreichischen Bürotürme nach den Energie- und Nachhaltigkeitserfordernissen für ein „Green Building“ der EU-Kommission errichtet und ausgestattet werden: „Der DC Tower strebt die Gold-Zertifizierung nach LEED an“, erklärt Manfred Simmet, CEO und Geschäftsführer der für die Gebäudetechnik verantwortlichen YIT Austria GmbH. Seit Mai 2011 arbeitet das ursprünglich aus Finnland stammende Unternehmen an der Technik für Heizung, Kälte, Klima, Lüftung, Sanitär und Leittechnik. Simmet zählt die Besonderheiten des mit einer Bruttogeschoßfläche von 93.000 Quadratmetern zählenden Gebäudes auf: „Eine Gesamtheizleistung von neun Megawatt über die Fernwärme Wien und eine Gesamtkälteleistung von acht Megawatt mit Turbo-Kältemaschinen“.
Belüftet werden die künftigen Hotel-, Wohnungs-, Gastronomie- und Fitnessbereiche mit einer Teilklimaanlage, wobei die Büros voll klimatisiert sind und etwa 500.000 Kubikmeter Luft pro Stunde nach der Fertigstellung umgewälzt werden. Für Wärme in den Wohnungen - die sich auf die Stockwerke 53. bis 56. verteilen – sorgt eine Fußbodenheizung.
Bereits vor der offiziellen Fertigstellung im Herbst 2013, werden dem Pharmaunternehmen Baxter die Büros übergeben – vom 18. bis 24. Obergeschoß. Und auch die spanische Hotelgruppe Sol Melia blickt dem Beziehen der Räumlichkeiten vom vierten bis 15. Geschoß – trotz sechsmonatiger Bauverzögerung - zuversichtlich entgegen.

















