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New Yorker Bahnhofsikone wird hundert

29.01.2013 | 15:21 |   (APA)

Grand Central, der größte Bahnhof der Welt, feiert am 2. Februar ein Jahrhundert. Dass die größte Drehscheibe und Touristenattraktion in New York so alt werden durfte, war nicht selbstverständlich.

Yorker Bahnhofsikone wird hundert

Für 1902 stellte der neue große Bahnhof eine echte Revolution dar: ein riesiges  Gebäude im Stil der Beaux Arts, in dem auf 67 Gleisen elektrische Eisenbahnen ein- und ausfuhren anstatt von Dampfloks, die alles verqualmten. Ein tragischer Zugunfall in den Tunnels von New York hatten den Neubau auf den Plan gerufen. An der Ecke  42ste Straße/Park Avenue entstand ein L-förmiges Gebäude mit imposantem Gewölbe und zwei Etagen mit Gleisanlagen, von denen eine sogar dem Waldorf Astoria und seinen prominenten Gästen vorbehalten war. 
Über Jahrzehnte fungierte Grand Central Terminal als Kopfbahnhof im Fernverkehr, heute wird er nur mehr für den Vorortetransport genutzt. Das hat der Zahl seiner Besucher und Passagiere allerdings keinen Abbruch getan. Laut der Berechnung eines Fachmagazins kommen allein 21,6 Millionen Touristen im Jahr vorbei (der Louvre verzeichnet weit weniger); eine halbe Million Menschen betritt den Bahnhof täglich. Im Jahr 1947 sollen an die 65 Millionen Amerikaner den Bahnhof genutzt haben.

Die Strahlkraft des Gebäudes war nicht immer so groß beziehungsweise kleiner als das Interesse von Immobilienentwicklern an dem Grundstück. Pläne wurden 1967 laut, dass der Bahnhof Hochhäusern weichen sollte. Bekannte New Yorker wie Jackie Kennedy machten sich in der Folge gegen dieses Vorhaben stark – Grand Central Terminal sollte auch nicht so gesichtslos aussehen wie der bunkerartige Neubau der Pennsylvania. Schließlich wurde der Bahnhof umgebaut, 1976 unter Denkmalschutz, verfiel dennoch langsam. Erst 1990 wurde in eine umfassende Sanierung groß investiert. Acht Jahre lang dauerte die 600 Millionen teure Wiederherstellung des alten Glanzes. Heute steht der Besucher wie zu den Anfängen unter dem berühmten blauen Gewölbe mit den spiegelverkehrten Sternzeichen (quasi wie Gott den Himmel sehen würde) und nutzt die Infrastruktur von zahlreichen Geschäften und Restaurants.

(dpa/red.)