Artikel drucken Drucken Artikel kommentieren Kommentare Artikel senden Senden

Wiens Immobilien für die EU-Behörde

28.03.2017 | 14:40 |  von Anna Thalhammer (DiePresse.com)

In den nächsten Wochen wird entschieden, in welcher Stadt die zweitgrößte EU-Behörde EMA angesiedelt werden soll. Wien bietet der EU nun verschiedene Immobilien an.

Symbolbild: Blick auf Wien
Symbolbild: Blick auf Wien / Bild: Die Presse 

Wien. Vor dem Sommer soll eine Entscheidung fallen, wohin die zweitgrößte EU-Behörde EMA (Europäische Arzneimittelbehörde) mit 900 Mitarbeitern nach dem Brexit von London übersiedeln soll. Wien hat sich als Standort beworben und rechnet sich gute Chancen aus. Am Dienstag präsentierten Finanzstadträtin Renate Brauner und Bürgermeister Michael Häupl (beide SPÖ) jene acht Immobilienobjekte, die man der EU-Behörde als Zuhause vorschlagen möchte.

  • Im Haus am Schottentor ist die Zentrale der Bank Austria untergebracht, die bald in ihr neues Quartier am Nordbahnhof übersiedeln soll. Die Immobilie ist ab 2019 verfügbar. Das Gebäude wurde 2013 an den Investor Ronny Pecik und die Ex-Eigentümerfamilie von kika/Leiner Koch verkauft. Der Altbau am Ring bietet 26.000 Quadratmeter Fläche und 150 Parkplätze.

  • Die Postsparkasse von Otto-Wagner am Georg-Coch-Platz im ersten Bezirk sucht ab 2020 neue Bewohner. Auch die Bawag bekommt eine neue Zentrale und zieht in ein Gebäude rund um René Benkos Hochhausprojekt „Icon Vienna“ am Hauptbahnhof. Gesamtfläche des Jugendstiljuwels: 26.000 Quadratmeter.

  • Das Hauptgebäude des Icon Vienna wird optisch dem berühmten Flatironbuilding in New York ähneln undsoll 88 Meter hoch werden. Der EMA würden 38.500 Quadratmeter Bürofläche und 350 Parkplätze zur Verfügung stehen. Für den Standort spräche dazu eine gute Anbindung an den Flughafen – die Behörde empfängt jedes Jahr 36.000 Experten aus aller Welt.

  • Unweit des Hochhauses entsteht mit dem Quartier Belvedere am Wiedner Gürtel ein 25-Hektar großer neuer Stadtteil mit Wohnungen und Büros – das hätte den Vorteil, dass die Expats Wohnen und Arbeiten gut verbinden könnten. Auf der Liste finden sich zwei Bürogebäude, die zusammen eine Fläche von 28.000 Quadratmetern haben.

  • An der Erdbergerlände im dritten Bezirk sind derzeit mehrere Großbaustellen, wo Hochhausprojekte verwirklicht werden. Der EMA könnte man dort 25.000 Quadratmeter zur Verfügung stellen.

  • Rene Benkos Signa baut derzeit am Nordbahnhof nahe dem Prater ein riesiges Büroviertel mit insgesamt 303.000 Quadratmetern Fläche. Der EMA möchte man am Austria Campus in der Walchstraße zwei unterschiedliche Objekte zur Wahl anbieten, die schon ab Ende 2018 bezugsfertig wären. 

  • Rund um die Muthgasse in Döbling nahe der U4-Station Heiligenstadt soll in den nächsten Jahren ein neuer Stadtteil entstehen. Neben Wohnungen sollen in der momentan noch recht unattraktiven Gegend auch Büros gebaut werden – unter anderem das Hochhausprojekt Square Plus von der Strabag. Es soll bis 2019 fertiggestellt sein.

  • Wenn Stadträtin Renate Brauner für jemanden Immobilien suchen lässt, findet sich auf der Angebotsliste natürlich ihr Lieblingsprojekt Aspern. Dort wird mit dem Hoho das weltweit höchste Holzhochhaus gebaut. Mit einem zweiten Bürogebäude in der Nachbarschaft, dem Seeparkcampus Ost, könnten die nötigen Flächen mobilisiert werden. Für den auf dem Reißbrett entworfenen, neuen Stadtteil würde eine Institution wie die EMA eine Aufwertung bedeuten.

Die Presse

Die Presse

Harte Konkurrenz

Von der EMA erwartet sich die Stadt eine Wertschöpfung von 133 Millionen Euro jährlich – und einen ordentlichen wirtschaftlichen Aufschwung: 2000 Betriebe, Konsulenten und Dienstleister haben sich in London wegen der EMA angesiedelt. Österreich kämpft mit 19 Ländern um die Behörde – wobei es für einige wohl eher zum guten Ton gehört, sich zu bewerben. Als härteste Konkurrenten gelten Paris, Dublin und Mailand.


[NFMMP]