Conwert will an deutschem Immobilien-Boom mitnaschen
24.08.2012 | 11:41 | (DiePresse.com)
Wegen mehrerer Verkaufsprozesse dürfte der Markt spannend bleiben: In Dresden etwa stellt Wohnungsvermittler Gagfah seine Objekte zum Verkauf.

Das österreichische Wohnimmobilien-Unternehmen Conwert drängt in den boomenden deutschen Markt. Während die Firma ihr dortiges Portfolio durch Zukäufe ausbauen wolle, werde der Bestand in Österreich und Osteuropa sinken oder stagnieren, sagte Verwaltungsratschef Johannes Meran in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.
Hintergrund sind die seit Jahren boomenden Immobilienmärkte in Deutschland, wo die Renditen durch höhere Mieteinnahmen nach Unternehmensangaben höher sind. Derzeit befinden sich die Immobilien zu je 47 Prozent in Deutschland und Österreich - der Rest vor allem in Osteuropa. Mit weniger als 16.000 Wohnungen ist Conwert in Deutschland derzeit ein sehr kleiner Spieler. Größere Konkurrenten wie Deutsche Wohnen, GSW oder Gagfah haben - teilweise deutlich - mehr als 50.000 Wohnungen.
Spannender Markt
Der Markt dürfte aber in den kommenden Monaten wegen mehrerer Verkaufsprozesse spannend bleiben: Gagfah stellt Wohnungen in Dresden zum Verkauf und die BayernLB ihre Wohnungstochter GBW in Süddeutschland. Zudem läuft die Privatisierung der ostdeutschen TLG Immobilien. Bei diesen Verkaufsvorhaben kommen Portfolios von mehreren 10.000 Wohnungen auf den Markt.
Um die nötigen finanziellen Mitteln für den Ausbau in Deutschland zu haben, erwägt Conwert den Gläubigern seiner Wandelanleihe ein Tauschangebot zu unterbreiten: Sie sollen ihre Scheine mit längerer Laufzeit und geringerem Volumen tauschen können. Das Unternehmen zögert die Ablöse der 157 Millionen Euro schweren Wandelanleihe damit hinaus und kann das Geld stattdessen für Zukäufe verwenden. Eine Entscheidung darüber werde in den kommenden Wochen fallen.
Geringe Einnahmen aus Verkauf und Vermietung
Eine Börsenotiz an einem deutschen Finanzplatz komme aber trotz der geplanten Neuausrichtung nicht in Frage, sagte Meran. Mit dem Abschneiden im ersten Halbjahr dürften die Aktionäre nur teilweise zufrieden sein. Wegen geringerer Einnahmen aus dem Verkauf und der Vermietung von Immobilien schrumpfte das Betriebsergebnis (Ebit) um knapp fünf Prozent auf 60,1 Millionen Euro. Unter dem Strich stand wegen geringerer Kosten für Schulden dennoch ein um 17 Prozent höherer Gewinn von 9,6 Millionen Euro. An der Börse notierte die Conwert-Aktie leicht im Minus.
(Ag./red.)



