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Singapur: Wer sichert sich Kontrolle über Fraser & Neave?

16.11.2012 | 12:40 |   (DiePresse.com)

Milliardenschwere Unternehmensfusion in Südostasien bahnt sich an. Das Immobilienkonglomerat verfügt weltweit über zahlreiche Apartmenthäuser, Einkaufszentren und Bürohochhäuser.

Getrieben durch eine erbitterte Übernahmeschlacht zwischen zwei Geschäftsmagnaten bahnt sich die größte Unternehmensfusion in Südostasien an. Sowohl der Tycoon Stephen Riady mit seinem Immobilien- und Getränkekonzern Overseas Union Enterprise (OUE) aus Singapur als auch der thailändische Milliardär Charoen Sirivadhanabhakdi wollen sich die Kontrolle über das weltweit tätige Immobilienkonglomerat Fraser and Neave (F&N) mit Sitz in Singapur sichern. Riadys OUE zog mit einem knapp 11 Mrd. Dollar (8,62 Mrd. Euro) schweren Gegengebot ins Rennen gegen mehrere Unternehmen aus dem Imperium seines Rivalen Charoen. Die F&N-Sparten
ergänzten gut das OUE-Geschäft, sagte Riady am Freitag zu Reuters.

Größter Konzenzusammenschluss Südostasiens

Das fast 130 Jahre alte Unternehmen F&N unterhält tausende Apartementhäuser in Städten wie London, Paris und Dubai, dazu Einkaufszentren, Bürohochhäuser und Technologie-Zentren in Singapur, Australien und Japan. Sollte OUE bei F&N zum Zuge kommen, wäre dies
der größte Konzernzusammenschluss Südostasiens und OUE stiege zum größten börsennotierten Immobilienkonzern Singapurs auf. Experten rechnen aber damit, dass Unternehmen aus dem rivalisierenden Lager
Charoens wie Thai Beverage und TCC Assets ihr eigenes Gebot erhöhen. Diese mischen bereits bei F&N mit, haben bisher 7,2 Mrd. Dollar für die noch nicht in ihrer Hand liegenden Anteile geboten und müssten auch einer Übernahme durch OUE zustimmen.

Beobachter rechnen mit einem Konter Charoens, der unlängst monatelang die Expansionspläne des niederländischen Brauereikonzerns Heineken torpediert hatte. Heineken übernahm schließlich den Hersteller der in der Region populären Biermarke "Tiger", Asia Pacific Breweries (APB). In dem Gezerre um den Tiger-Brauer hatte Charoen Heineken zu einer Gebotserhöhung gezwungen, bevor er als F&N-Eigner dem Verkauf der bei dem Unternehmen liegenden APB-Anteile zustimmte. (APA/red.)