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„Go West“ war einmal

04.01.2013 | 14:36 |   (DiePresse.com)

Der auch als „Golden State“ bekannte US-Bundesstaat Kalifornien kämpft mit der zunehmenden Abwanderung von Einwohnern in andere Landesteile. Mehrere Städte gingen bankrott.

Kalifornien leidet seit zwei Jahrzehnten unter der Abwanderung von Einwohnern in andere Teile der USA. Der Journalist George Szpiro erläutert in einem Dossier der NZZ die beunruhigende Situation für den „Golden State“. Mehrere kalifornische Städte mussten Bankrott anmelden, denn aufgeblähte Beamtenapparate führten zu einer Haushaltskrise nach der anderen. In einem vor kurzem erschienenen Bericht des Manhattan Institute wurde die Abwanderung kalifornischer Bürger in andere Regionen des Landes untersucht. Zwischen 1960 und 1991 wuchs die Bevölkerung von rund 16 auf über 30 Millionen Einwohner an – Kalifornien galt laut NZZ als „Magnet für Zuwanderer“. Doch nach vielen Jahren konstanter Zuwanderung wanderten ab 1992 mehr als 107.000 US-Amerikaner aus, als dorthin einwanderten. Seit 2005 ist trotz der Einwanderung aus dem Ausland die Bilanz der gesamten Migration negativ. Die natürliche Bevölkerungszunahme stagnierte außerdem in den vergangenen Jahren.

Und wohin zogen nun die Abwanderer? Das Manhattan Institute verglich anhand von Steuererklärungen die Wohnorte der Steuerzahler, die ihren Wohnsitz zwischen zwei Steuerperioden in einen anderen Bundesstaat verlegt hatten. Allen voran liegt Texas, gefolgt von den Nachbarstaaten im Osten Arizona und Nevada sowie Oregon und Washington im Norden. Bei der Datenanalyse bemerkten die Demografen eine hohe Korrelation zwischen Arbeitslosigkeit und Emigration. Hohe Immobilienpreise sowie die Bevölkerungsdichte sind ebenso Gründe für die Abwanderung. Der Hauptsgrund liegt allerdings in der hohen und weiter steigenden Steuerbelastung. (red.)