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USA: Hilfe für Ex-Hausbesitzer

08.01.2013 | 16:45 |   (Die Presse)

Zehn amerikanische Geldhäuser und Finanzdienstleister zahlen zusammen 8,5 Milliarden Dollar an Opfer von Zwangsvollstreckungen. Millionen Amerikaner verloren nach dem Platzen der Immobilienblase ihre Häuser.

Washington/Red. Wieder werden amerikanische Banken von der Subprime-Krise eingeholt. Zehn Geldhäuser und Finanzdienstleister haben einem Vergleich zugestimmt, bei dem sie insgesamt 8,5 Mrd. Dollar an ehemalige Hausbesitzer zahlen müssen. Hintergrund sind Zwangsvollstreckungen während der US-Immobilienkrise, bei denen die Banken fragwürdige Methoden angewendet haben sollen.

Millionen Amerikaner verloren nach dem Platzen der Immobilienblase ihre Häuser, weil sie ihre Kreditraten nicht mehr bezahlen konnten. Viele Schuldner landeten jedoch zu Unrecht auf der Straße, sagen die amerikanischen Bankenregulierer. Vor allem das sogenannte „Robo-Signing“ hatte für Empörung gesorgt. Übersetzt bedeutet dies „roboterhaftes Unterschreiben“. Gemeint ist damit, dass überlastete Sachbearbeiter sich angesichts der schieren Masse der Fälle kaum Zeit für eine eingehende Prüfung der Unterlagen genommen haben, sondern stattdessen im Minutentakt die Pfändungsbescheide erstellten.

Mehr als 3,8 Millionen Schuldner, deren Häuser in den Jahren 2009 und 2010 in die Zwangsvollstreckung geraten sind, sollen von dem Vergleich profitieren. 3,3 Mrd. Dollar sind als direkte Zahlungen vorgesehen. Die restlichen 5,2 Mrd. Dollar entfallen auf Erleichterungen bei Kreditverträgen. Pro Fall sollen zwischen ein paar hundert und 125.000 Dollar fließen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.01.2013)