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Deutsche Bundesbank sieht Preisexplosion bei Immobilien mit Sorge

20.02.2017 | 13:11 |   (DiePresse.com)

Notenbank: Preise in den Städten um 15 bis 30 Prozent über den gerechtfertigten Preisen.

Ist die Mini-Wohnung der Ausweg?
Mini-Wohnung in Berlin / Bild: (c) APA/dpa/Rainer Jensen (Rainer Jensen) 

Teils extreme Preissteigerungen bei Wohnimmobilien in Deutschland machen der Deutschen Bundesbank Sorge. Im vergangenen Jahr seien die Preise in den Städten um 15 bis 30 Prozent über den gerechtfertigten Preisen gelegen, so die Notenbank in ihrem Monatsbericht Februar, der am Montag veröffentlicht wurde. "Die Preisabweichungen nahmen vor allem bei Eigentumswohnungen in den Großstädten zu."

Laut Notenbank stiegen die Preise für Wohneigentum in den Städten 2016 um insgesamt 8 Prozent. Zwischen 2010 und 2015 seien es durchschnittlich 6,75 Prozent gewesen. In den Metropolen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart sei die Dynamik erneut überdurchschnittlich hoch gewesen. Dort hatte sich Wohnraum bereits in den vergangen Jahren am stärksten verteuert.

Auch die Mieten in den Städten nahmen im vergangenen Jahr laut Bundesbank deutlich um 4,75 Prozent zu. Ähnlich stark seien sie zuletzt in den Jahren 2011/12 gestiegen.

Ein Teil der Preissteigerungen erklärt sich damit, dass gerade in Ballungsräumen Wohnraum stark gefragt ist. Käufern hilft, dass Kredite derzeit extrem günstig sind. Die Bundesbank gibt jedoch zu bedenken: "Insgesamt dürfte die im Berichtsjahr erhöhte Preisdynamik bei Wohnimmobilien über diejenige Entwicklung hinausgegangen sein, die durch demografische und wirtschaftliche Fundamentalfaktoren angelegt ist, und auch die weiter ermäßigten Finanzierungskosten können nur einen Teil der zusätzlichen Dynamik erklären." (APA)