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Trump-Hotel auf Bali geplant

28.07.2017 | 11:32 |   (DiePresse.com)

Auf der Urlaubsinsel soll ein Luxus-Hotelturm unter der Marke des US-Präsidenten entstehen. Dabei darf dort kein Haus höher sein als eine Kokospalme, sonst weckt das den Zorn der Götter.

Themenbild Bali
Themenbild Bali / Bild: (c) EPA (Ahmad Yusni) 

In den kommenden Tagen schließt das Fünf-Sterne-Haus "Nirwana Pan Pacific" auf Bali. Dann kommen die Abrissbagger und in etwa drei Jahren soll an der Stelle das "Trump International Hotel & Tower Bali" inklusive 18-Loch-Golfplatz entstehen. Die genauen Pläne sind Medienberichten zufolge noch nicht bekannt. Die Einheimischen auf Indonesiens beliebtester Urlauberinsel sorgen sich jedoch besonders wegen des "Tower" im Namen. Auf Bali gibt es tatsächlich ein Gesetz, dass kein Bau höher sein darf als eine Kokospalme: 15 Meter. Hochhäuser, wie man sie aus dem Immobilienbesitz des US-Präsidenten kennt, gibt es hier keine.

Vom Zorn der Götter 

Die Vorstellung, das ein Trump-Tower Tanah Lot überragen würde, schreckt viele. Es ist aber nicht nur das Gesetz. Die meisten Leute auf Bali sind überzeugt: "Wer höher baut als eine Palme, ruft den Zorn der Götter und Dämonen hervor". Man muss das durchaus ernst nehmen. Für Hindus - 80 Prozent der Inselbevölkerung - ist es vollkommen üblich, die Gottheiten mehrmals am Tag mit Opfergaben gnädig zu stimmen.

Auch im "Nirwana" finden sich kurz vor dem Abriss noch an vielen Stellen Körbchen aus Bananenblättern mit Räucherstäbchen, Reis und meist auch ein wenig Geld. Eine Hotelangestellte, die den Namen nicht nennen will, sagt: "Wenn der US-Präsident gegen unsere Regeln verstößt, rächen sich die Götter auch an ihm." Dass Trump nach dem Wahlsieg die Firmengeschäfte den Kindern übertragen hat, spielt für sie keine Rolle.

Für das Projekt hatte sich der Immobilienunternehmer 2015 - noch vor seiner Zeit als Präsident - mit dem Geschäftsmann Hary Tanoesoedibjo zusammengetan. Dem chinesisch-stämmigen Milliardär gehört die Holding MNC Group. Was nun das Hotel angeht, bemühen sich die Leute von "Tanoe" und Trump derzeit darum, zusätzlich zum schon aufgekauften Gelände des alten Hotels (103 Hektar) noch mehr Land in ihren Besitz zu bringen. Viele Reisbauern weigern sich aber, Grundstücke zu verkaufen, die seit Generationen der Familie gehören. Es gibt aber auch Leute, die die Pläne gutheißen. Von den Hotelangestellten hoffen viele, dass das "Trump International Hotel&Tower Bali" so schnell wie möglich aufmachen wird. Mehrere hundert Arbeitsplätze hängen davon ab. (APA/dpa/red.)