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Bratislava: Dem Wienerischen ganz nah

24.03.2011 | 12:06 |   (DiePresse.com)

Ein Ticket für Schiff oder Bahn, die genaue Zieladresse in schriftlicher Form und respektvolles Verhalten empfehlen die Rechtsanwälte Peter Vcelouch und Manfred Ton für eine Reise in die slowakische Hauptstadt.

Bratislava Schwester Wiens

Peter Vcelouch (im Bild links) und Manfred Ton (im Bild rechts) vom Real Estate and Construction Team der Rechtsanwaltskanzlei Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati (CHSH) berichten aus der slowakischen Hauptstadt, die Österreich nicht nur geografisch sehr nahe liegt.

 

 

Nicht vergessen: 3 Dinge, die unbedingt in den Koffer gehören:

Ein Zugticket oder ein Ticket des auf der Donau zwischen Wien und Bratislava verkehrenden "Twin City Liners" oder eine slowakische Mautvignette, die Telefonnummer eines verlässlichen Taxiunternehmens in Bratislava und die genaue Schreibweise der Zieladresse (sofern man der slowakischen Sprache nicht ohnehin mächtig ist).

 

Der erste Eindruck: was ist so ganz anders an den Immobilien (Häusern, Straße, Geschäfte, Büros...) als in Österreich? Und was unterscheidet den Immobilienmarkt von unserem?

Der Unterschied zwischen den Gebäuden in Bratislava und jenen in der österreichischen Bundeshauptstadt ist gar nicht so groß. Bratislava ist einerseits eine moderne, pulsierende Stadt mit neuen, architektonisch sehr interessanten Bürogebäuden und Einkaufszentren, andererseits eine historische Stadt mit vielen barocken und gotischen Gebäuden und natürlich der faszinierenden Burg Bratislava (Bratislavský hrad), die auf dem Burghügel über der Donau thront.

Das slowakische Recht folgt dem in Österreich geltenden Grundsatz, dass der Eigentümer einer Liegenschaft zugleich Eigentümer des darauf errichteten Gebäudes ist (superficies solo cedit), nicht. Ein Gebäude bildet in der Slowakei vielmehr einen eigenen Grundbuchskörper, an dem selbständig Rechte und Pflichten begründet werden können. Dies stellt für ausländische Investoren ein „must know“ dar, um beim Immobilienerwerb nicht unangenehme Überraschungen – zum Beispiel ein Grundstück ohne Gebäude oder umgekehrt – zu erleben.

 

Auf den zweiten Blick: Was könnten wir vom Immobilienbusiness dort lernen? Und umgekehrt?

Sowohl in der Slowakei als auch in Österreich sollten Immobilienentwicklungen jeweils mit Augenmaß betrieben werden: Ein Überangebot an Objekten – wie es derzeit in der Slowakei etwa im Bereich der Einkaufszentren festzustellen ist – erfordert von den Marktteilnehmern ein gerüttelt Maß an Frustrationstoleranz.

 

Perspektiven: Gibt es Immobilienbereiche, die für österreichische Unternehmen Marktpotenzial haben könnten? Wenn ja, welche?

In der Slowakei zählt der Büromarkt zu jenen Immobilienbereichen, denen derzeit wohl das größte Marktpotenzial beigemessen werden kann.

 

Do's & Dont's: Was sollte man im Umgang mit lokalen Geschäftspartnern beachten?

Ein respektvolles Verhalten gegenüber den Gesprächspartnern und Gespräche auf Augenhöhe zählen natürlich auch hier zu den wichtigsten Grundlagen einer Geschäftsbeziehung. Ein gegenüber lokalen Geschäftspartnern etwa zur Schau gestelltes "westliches Überlegenheitsgefühl" ist einerseits völlig unangebracht und schadet andererseits mit ziemlicher Sicherheit sowohl den geschäftlichen als auch den persönlichen Beziehungen.

 

Nicht verpassen: was man auf keinen Fall versäumen darf:

Empfehlenswert ist ein Frühlings-Spaziergang in der Altstadt über den wunderschönen Hviezdoslav-Platz, an dessen Beginn das prachtvolle Gebäude des berühmten alten Slowakischen Nationaltheaters (Slovenské národné divadlo) steht. Aber auch das vor einigen Jahren am Rande des Stadtzentrums in Donaunähe errichtete neue Slowakische Nationaltheater ist architektonisch besonders sehenswert. Zudem sollte den im Stadtzentrum vielfach anzutreffenden Bronzefiguren – zB dem Paparazzo in der Laurinská Straße oder dem aus dem Kanaldeckel herausschauenden „Čumil“ – Aufmerksamkeit gewidmet werden. Einen besonderen Schlusspunkt eines Tages in Bratislava bildet wohl ein Abendessen im Restaurant Ufo, das sich in ca 80m Höhe auf dem Pylon der „neuen Brücke“ (Nový Most) befindet.