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Mut zum Hauskauf wächst

22.10.2012 | 16:52 |   (Die Presse)

Der Anteil derer, die sich einen Immobilienkauf ohne finanzielle Einschränkungen leisten können, steigt. Das historisch niedrige Zinsniveau für Immobilienkredite ist laut Experten ein wichtiger Faktor.

Wien/b. l. Die Immobilienpreise, vor allem in den Ballungszentren, schnellen in die Höhe. Trotzdem glaubt ein höherer Anteil potenzieller Käufer, sich einen Erwerb ohne finanzielle Einschränkungen leisten zu können, als vor einem Jahr. Das zeigt eine Umfrage von ImmobilienScout24 und Interhyp unter 3700 Kaufinteressenten in Deutschland und Österreich.

Fürchteten vor einem Jahr noch 40 Prozent, im Fall eines Hauskaufs ihre Konsumgewohnheiten einschränken zu müssen, glauben das derzeit 27 Prozent. 64 Prozent rechnen mit keinerlei Einschränkungen. Die Experten führen das auf die niedrigen Zinsen für Immobilienkredite zurück, die sich seit Monaten auf historisch tiefem Niveau bewegen.

Tatsächlich halten auch die Befragten das niedrige Zinsniveau für einen der wichtigsten Faktoren für den idealen Zeitpunkt eines Immobilienkaufs (31 Prozent). 24 Prozent meinen hingegen, der richtige Zeitpunkt sei dann gekommen, wenn man eine geeignete Immobilie gefunden hat. 18 Prozent glauben, das wichtigste Kriterium sei, genug zu verdienen.

Wer eine Immobilie zu Anlagezwecken kaufen will, hat das Geld meist bar auf der Kante und muss sich seltener einschränken (13 Prozent) als jene, die ein Haus oder eine Wohnung zur Eigennutzung kaufen: Von diesen glaubt jeder Dritte, sich bei einem Immobilienerwerb weniger leisten zu können.

Falls nötig, spart man beim Auto

Zehn Prozent der Befragten müssen gar keinen Kredit aufnehmen, um sich eine Immobilie leisten zu können. Dagegen wollen 15 Prozent ihr Haus oder ihre Wohnung zur Gänze kreditfinanzieren. Wer sparen muss, um sich eine Wohnung leisten zu können, verzichtet am ehesten auf ein neues Auto (12,7 Prozent). Jeder Achte fährt seltener auf Urlaub, zehn Prozent wollen sich beim Ausgehen einschränken. Beim täglichen Bedarf sparen wollen nur sechs Prozent.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.10.2012)