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Benko gründet Joint Venture mit Milliardär aus Israel

16.01.2013 | 15:32 |   (DiePresse.com)

Das Gemeinschaftsunternehmen konzentriert sich auf Immobilien in den Haupteinkaufsstraßen in Deutschland.

Benko gruendet Joint Venture

Den jüngsten Coup in Deutschland - den Erwerb von 17 Karstadt-Kaufhäusern inklusive dem Berliner Luxusaufhaus des Westens (KaDeWe) um mehr als 1,1 Milliarden Euro - stemmt Signa-Holding-Chef Rene Benko nicht alleine: Der neue Joint-Venture-Partner BSG Real Estate (BSGRE) rund um den weltgrößten Diamanthändler Beny Steinmetz tritt als Co-Investor und somit zweiter Käufer für alle Immobilien Benkos in deutschen Innenstadtlagen auf. Der israelische Multimilliardär, der vor allem in Diamanten- und Rohstoffgeschäft aktiv ist, soll rund 2 Milliarden Euro in das Gemeinschaftsunternehmen einbringen.
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Das am Mittwoch bekanntgegebene Joint Venture zwischen BSGRE und der Signa Prime Selection AG habe bereits am 9. Jänner grünes Licht vom deutschen Bundeskartellamt bekommen. Laut Kartellamt war die Übernahme der Karstadt Immobilien Holding A+B S.a.r.l. am 21. Dezember nicht nur von Signa beantragt, sondern zu je 50 Prozent von Signa und der Benny Steinmetz Group (BSG).

Weitere Kaufhäuser


Über das Joint Venture mit Signa wird sich Steinmetz somit auch am Münchner Traditionskaufhaus Oberpollinger beteiligen. Von der Düsseldorfer Firma Centrum des deutschen Unternehmers und Ex-CDU-Politikers Eberhard Diepgen, die im Sommer 2011 die Münchner Kaufhäuser laut "Süddeutscher Zeitung" gemeinsam mit Benko erworben hat, ist jedoch noch kein genauer Anteil am Portfolio bekannt. Dieser werde noch mit Signa ausgehandelt, schreibt die immobilien-zeitung.de.

Signa und BSGRE selbst teilten die Anteilsverteilung nicht explizit mit, verwiesen aber auf die Freigabe durch das Kartellamt am Mittwoch vergangener Woche.

Mehr Geschäfte in Planung


Die Karstadt-Immobilien einschließlich dem Berliner Nobelkaufhaus gehörten mehrheitlich der Immobiliengesellschaft Highstreet, an der die US-Bank Goldman Sachs 51 Prozent hält. Der Rest gehörte anderen Investoren - darunter die Deutsche Bank und die Versicherung Generali.

Die nächsten Geschäfte in Deutschland sind schon in Planung: Schon im Frühjahr könnten Benko & Co den Kauf des Alsterhauses in Frankfurt perfekt machen, spekulierte die "SZ" am Wochenende. "Man weiß nie" und "Bis jetzt ist es kein Thema", wird der Tiroler Investor dazu zitiert.

Weiterer Investor


Vorerst nicht zum Zug kam Benko bei den deutschen Kaufhof-Immobilien, für die er vor über einem Jahr sein Interesse bekundete. Metro legte den Verkauf dann auf Eis.

Geld wäre vorhanden: Ein weiterer illustrer Financier stieg der Zeitung zufolge ein - die Falcon Private Bank aus Zürich besitze an der Unterfirma Signa Prime Selection mittlerweile 20 Prozent, so die "Süddeutsche". Weitere Zukäufe seien denkbar. Die Bank gehört den Angaben zufolge Aabar Investments, dem Staatsfonds von Abu Dhabi.

An der Signa Holding hält Benko 50 Prozent plus 1 Aktie über eine Privatstiftung. Die zweite Hälfte des Unternehmens hat er früheren Angaben zufolge 2009 an den reichsten Griechen und Reeder George Economou verkauft.