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Benkos neuer Geldgeber: Diamanten-Milliardär Steinmetz

16.01.2013 | 18:12 |   (Die Presse)

Der israelische Geschäftsmann Beny Steinmetz fungiert als Ko-Investor von Rene Benko bei den Akquisitionen in Deutschland. Benko hat mit seiner Signa Holding ein Joint Venture mit der BSG Real Estate gegründet.

Wien/Eid. Das Rätselraten hat ein Ende: Nicht der bisher als Financier geltende griechische Reeder George Economou hat Rene Benko den jüngsten Milliardendeal in Deutschland finanziert. Der junge Tiroler Immobilien-Tycoon, der seit einigen Jahren die Branche mit Mega-Deals und Investments in Atem hält, hat die 17 Karstadt-Warenhäuser inklusive des Berliner Konsumtempels KaDeWe mit dem israelischen Milliardär Beny Steinmetz gekauft.

Benko hat mit seiner Signa Holding – genauer gesagt der Signa Prime Selection, einem der fünf Kernbereiche des Immobilienunternehmens – ein Joint Venture mit der BSG Real Estate von Steinmetz gegründet. Die neue Firma konzentriert sich auf alle Immobiliengeschäfte Benkos in deutschen Innenstadtlagen und umfasst ein Portfolio von rund zwei Milliarden Euro. Neben den Karstadt-Häusern, deren Übernahme beim deutschen Bundeskartellamt schon von der neuen Benko-Steinmetz-Firma beantragt worden ist, gehören auch das Münchener Kaufhaus Oberpollinger und die Konzernzentrale der Deutschen Börse AG in Eschborn, die die Signa zuvor erworben hatte.

Wer ist dieser Beny Steinmetz? Vor allem ist er reich. Die von seinem Vater gegründete Steinmetz Diamond Group ist weltweit führend im Handel mit Rohdiamanten und gilt als größter Einzelkunde des Diamantenkonzerns De Beers. Der 56-jährige Steinmetz gilt als zweitreichster Israeli und wird mit einem Vermögen von rund sechs Milliarden Dollar vom Magazin „Forbes“ auf Platz 169 geführt. Er besitzt auch Erzminen in Guinea, Stahl- und Nickelwerke. Das dritte Standbein sind Immobilien. Dazu zählen Bürotürme in New York, Montreal, Mailand und Paris, Luxushotels und auch Shoppingcenter. 2004 hat Steinmetz' Five Mount Properties (FMP) mit Merrill Lynch und Apollo Capital das niederländische Unternehmen Haselmere erworben, das 70 Shoppingcenter und 80 Büro- und Industrieliegenschaften in Großbritannien hält.

Möglicherweise hat Benko seinen neuen Partner bei einem früheren Immobiliengeschäft kennengelernt. Oder auch einfach bei einem Business-Event – Economou traf Benko bei einer Veranstaltung der HSH Nordbank. Schon immer hatte der Shootingstar, der keine Scheu vor Statussymbolen von der Villa über die Jacht bis zum Privatjet hat, Glück mit Geldgebern: Als der 22-Jährige, der sein unausgefülltes Tagwerk als Schüler der Handelsakademie nützte, um Dachböden zu sanieren und teuer zu verkaufen, den Tankstellen-Erben Karl Kovarik kennenlernte, war seine Karriere in der Immobilienbranche besiegelt. Kovarik hatte 134 Stroh-Tankstellen geerbt und an die OMV verkauft. Einen Teil des Erlöses steckte er in die junge Firma von Benko.

 

Glück mit Gönnern

Von da an ging es steil bergauf – seine wechselnden Wegbegleiter bescheinigen ihm nicht nur Zielstrebigkeit, sondern auch Überzeugungskraft. Benko wiederum erkannte rasch, wie er selbst betont, dass es opportun sei, sich mit älteren, erfahrenen Menschen zu umgeben. Diese Strategie spiegelt sich auch in dem prominent besetzten Signa-Beirat wider: Dort sitzt Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, genauso wie Ex-Vizekanzlerin Susanne Riess, Ex-Bank-Austria-Boss Karl Samstag, Casinos-Chef Karl Stoss und Ex-Porsche-Boss Wendelin Wiedeking.

Aber nicht alles läuft immer glatt: Im Herbst wurde er wegen verbotener Einflussnahme zu einem Jahr bedingt verurteilt. Das Urteil, das noch nicht rechtskräftig ist, dürfte Steinmetz jedenfalls nicht irritiert haben.

Auf einen Blick

Rene Benko hat einen neuen Geldgeber: Der Tiroler Immobilien-Investor hat mit dem israelischen Milliardär Beny Steinmetz ein Joint Venture gegründet. Diese Firma hat gemeinsam vor Kurzem die 17 Karstadt-Kaufhäuser inklusive des KaDeWe um 1,1 Milliarden Euro erworben. Steinmetz ist der größte Rohdiamantenhändler der Welt. Er besitzt auch Erzminen und eine Immobilienfirma.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.01.2013)

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Daily Observer
18.01.2013 14:40
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