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CA Immo: Mehr Abverkäufe zur Eigenkapitalstärkung

17.01.2013 | 16:35 |   (DiePresse.com)

Konzentration des börsenotierten Unternehmens auf Kernregion mit Büro-Fokus, der Sparstift wurde beim Personal angesetzt.

CA Immo Lände3

Die börsenotierte CA Immo AG möchte zur Verbesserung
ihrer Eigenkapitalquote weiterhin verstärkt fertige Objekte
veräußern. Mit den Verkaufserlösen sollen Kredite und andere Verbindlichkeiten zurückgeführt werden. Zudem soll die Freisetzung gebundener Eigenmittel trotz einer 38-prozentigen Ein-Jahres-Kursperformance die Einschätzung der Aktie am Kapitalmarkt beflügeln und auch die Dividendenfähigkeit sicherstellen. Den Aktionären stellt man auch für 2012 eine Ausschüttung von 38 Cent pro Titel in Aussicht, die erneut KESt-frei ausgeschüttet werden könnten.

2013 könnten die Verkäufe der CA Immo - inklusive einen Teils des "Tower 185" in Frankfurt, mit 200 Metern das vierthöchste Bürohaus Deutschlands - in Richtung 400 bis 500 Mio. Euro gehen, sagte Finanzvorstand Florian Nowotny am Donnerstag vor Journalisten - allein in dem Tower seien rund 200 Mio. Eigenkapital gebunden. Den Abverkäufen könnten Re-Investments von 250 bis 300 Mio. Euro im Gesamtjahr gegenüber stehen.

Erhöhung der Eigenkapitalquote

Binnen 12 bis 18 Monaten könnte laut Nowotny die zuletzt, durch den Erwerb des Europolis-Pakets von der ÖVAG, nur knapp über 30 Prozent gelegene Eigenkapitalquote auf ungefähr 40 Prozent erhöht
werden. Im Gegenzug würde sich durch die Abverkäufe die Bilanzsumme reduzieren bzw. das Immobilien-Vermögen von derzeit 5,3 Mrd. Euro bis auf etwa 4,5 Mrd. Euro sinken. "Man muss Immobilien-Geschäft heute wieder mit mehr Eigenkapital fahren als noch vor einigen
Jahren", sagte der CFO zur Begründung.

Assets in Nicht-Kernregionen verkaufen

Im Ausland möchte sich die CA Immo laut Vorstandschef Bruno Ettenauer primär in der Nicht-Kernregion mit Slowenien, Kroatien, Bulgarien und Serbien von Assets trennen. Fokussieren wolle man sich weiterhin auf Deutschland, Polen, Tschechien, Österreich, die
Slowakei, Ungarn und Rumänien, auf die in Summe 95 Prozent der Immo-Werte entfallen. Der Fokus liege ganz klar auf dieser Region - "wir wollen nicht darüber hinaus gehen und uns womöglich verzetteln" - und primär auf Büros. Mit Ausnahme Ungarns und Rumäniens schätzt
man derzeit alle Büro-Märkte als gut ein. Neue Projektentwicklungen werde man 2013 vor allem in Deutschland starten.

Steigerung bei Bürovermietungen

Die Büro-Vermietungsquoten hat die CA Immo 2012 von 88 auf 92 Prozent steigern können, bezogen auf eine vermietbare Nutzfläche von rund 1,5 Mio. m3 mit 3,4 Mrd. Euro Bilanzwert (davon allein 1,67 Mrd. Euro in Deutschland). Die Mieterträge daraus bezifferte
Ettenauer per 31.12. mit annualisiert 209 Mio. Euro (davon 86 Mio. Euro in Deutschland), laut Nowotny um rund 10 Mio. Euro mehr als im Jahr davor. Die erst kürzlich neu gestarteten Projekte sind da noch gar nicht enthalten.

Einsparung bei Personal- und Sachkosten

Den Sparstift setzt die CA Immo beim Personal und auch bei Sachkosten an. Die Mitarbeiterzahl wurde um 76 Personen und damit - ebenso wie die Personalkosten - um rund ein Fünftel vermindert. Der Geschäftsbericht 2011 hat noch 390 Beschäftigte für das in- und ausländische Niederlassungsnetzwerk ausgewiesen. Die Bilanz 2012
soll am 20. März vorgelegt werden.

Rekordniedriges Zinsniveau

Kredit-Finanzierungen im Immo-Sektor sind einfacher geworden, berichtete Finanzvorstand Nowotny, nachdem vor einem Jahr noch spekuliert worden sei, ob es überhaupt noch Fremdfinanzierungen für Immobilien gebe. Dafür gehe es derzeit verstärkt um die Konditionen.
Das rekordniedrige Zinsniveau helfe zwar, doch seien vor allem langfristige Kredite recht teuer, und es gebe hohe Risikoaufschläge. Speziell in Deutschland sehe man aber eine sehr gute Verfügbarkeit von Bankenfinanzierungen. Neu bzw. verstärkt als Immo-Investoren auftreten könnten Versicherungen (und Pensionskassen), doch werde noch an aufsichtsrechtlich passenden Varianten gebastelt. (APA/red.)