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Investment: "Die Osteuropäer kommen stark"

21.01.2013 | 15:11 |   (DiePresse.com)

Als "stabil" stufte Andreas Ridder, Chef von CBRE Österreich, den heimischen Markt für Gewerbeimmobilien im Vorjahr ein. Der Anteil österreichischer Investoren daran liege bei 55 Prozent.

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Das Interesse osteuropäischer Investoren an
österreichischen Immobilien wird immer stärker. Für Andreas Ridder, Österreich-Chef des internationalen Immobiliendienstleisters CBRE, ist das einer der beiden wichtigsten Trends für den heimischen Immobilienmarkt. Einen weiteren Trend sieht er in der steigenden Nachfrage, die in Spitzensegmenten zu steigenden Preisen führen werde, bei mittleren Qualitäten dagegen zu einem Preisverfall.

Osteuropäische Investoren

"Die Osteuropäer kommen stark", so Ridder am Montag bei einem Pressegespräch in Wien. Diese Investorengruppe schlage sowohl bei Wohnungen, Einfamilienhäusern als auch bei Zinshäusern zu. Hier seien auch größere Volumina im Spiel. Die Investoren kämen vorwiegend aus Russland, der Ukraine und den zentralasiatischen
Ländern, etwa Kasachstan.

Der österreichische Markt für gewerbliche Immobilien hat sich laut CBRE im abgelaufenen Jahr 2012 stabil entwickelt, dagegen ist es am osteuropäischen Immobilienmarkt zu großen Veränderungen gekommen. Gute Entwicklungen gab es in Österreich sowohl bei
Vermietungen als auch Investments. Alleine in Wien wurden rund 345.000 Quadratmeter vermietet, nach 260.000 Quadratmeter im Jahr davor.

Gewerbe: 55 Prozent heimische Investoren

Die Investitionen in gewerbliche Immobilien sind im Vorjahr laut CBRE-Angaben auf 1,8 Mrd. Euro gestiegen, nach 1,7 Mrd. im Jahr davor. 41 Prozent der Geschäftsabschlüsse entfielen auf Einzelhandelsimmobilien, rund 33 Prozent auf Büroimmobilien und 16 Prozent auf Hotels. Der Anteil der österreichischen Investoren war mit 55 Prozent nach 69 Prozent deutlich rückläufig. Wieder verstärkt vertreten waren deutsche Anleger mit rund 30 Prozent. Der Anteil
anderer internationaler Investoren ging bei gewerblichen Immobilien eher zurück. Österreich sei im Ausland verstärkt wieder als sicheres und attraktives Investment wahrgenommen worden, so Ridder.

Die Spitzenrendite in Toplagen für neuerrichtete Büroobjekte sank laut CBRE um 0,2 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent. 2013 sollte sie sich weiter auf 4,95 Prozent verringern, das Investmentvolumen in etwa gleich bleiben.

Wiener Büromarkt mit starkem Finish (Q4/2012)

Der Wiener Büromarkt habe im vierten Quartal ein starkes Finish gesehen, so Andrea Buchegger, Head of Research bei CBRE Österreich. Insgesamt standen demnach per Jahresende 10,66 Mio. Quadratmeter Büroflächen zur Verfügung, ein Plus von 2,2 Prozent. Rund 338.000 Quadratmeter kamen neu hinzu. 2011 betrug der Zuwachs nur 176.000 Quadratmeter.

Für 2013 erwartet Buchegger die Fertigstellung von weiteren 175.000 Quadratmeter neuen Büroflächen. 2014 sollte sich das Wachstum dann deutlich verlangsamen, auf 100.000 bis 120.000 Quadratmeter.

Per Jahresende lag die Leerstandsrate bei am Wiener Büromarkt bei 6,6 Prozent. Ende 2013 wird mit 6,7 Prozent gerechnet. Das seien sehr gute Werte, so Ridder, im europäischen Durchschnitt liege die Leerstandsrate bei zehn Prozent, in Osteuropa über 20 Prozent.

Wiener Spitzenmiete bei 24,75 Euro/Quadratmeter

Nach wie vor am beliebtesten blieb in Wien die Innere Stadt, wo im vierten Quartal 41 Prozent aller Vermietungen verzeichnet wurden. Die Spitzenmiete stieg um einen Euro auf 24,75 Euro pro Quadratmeter
und Monat. Im laufenden Jahr wird ein weiterer leichter Anstieg auf 25 Euro pro Quadratmeter und Monat prognostiziert.

Wohnungen im Spitzenbereich seien in Wien schon "sehr sehr teuer", meinte Ridder. Hier betrage der maximale Ertrag für einen Investor zwei Prozent, in London oder Paris seien es dagegen noch 3,5 bis vier Prozent. Ridder erwartet heuer keine Preissteigerungen mehr, vielmehr sollte der Markt drehen, sobald Aktien oder andere Veranlagungen wieder besser laufen werden. (APA/red)