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Signa wird einer der größten Wohnbauträger Wiens

27.03.2017 | 12:21 |  Von Gerhard Hofer (DiePresse.com)

Im Jänner kaufte René Benkos Signa Holding die Immo-Tochter der Bank Austria. Nun zahlt Signa dem Vernehmen nach ihren Joint-Venture-Partner, die Krause-Gruppe, aus. Signa könnte bis zu 9000 Wohnungen bauen.

Bild: (c) Clemens Fabry 

Ende Jänner sorgte die Signa Holding rund um René Benko auf dem Wiener Immobilienmarkt für Aufsehen. Die Gruppe kaufte die BAI, die Immobilienentwicklungstochter der Bank Austria. Allerdings schulterte die Signa den Deal nicht allein. Als 50:50-Partner fungierte eine Investorengruppe (Invester United Benefits) rund um Erwin Krause und Franz Kollitsch. Noch ist der Kauf nicht unter Dach und Fach. Das Closing wird Mitte April erwartet. Dennoch tauchten dieser Tage Gerüchte auf, das Joint Venture zwischen Signa und der Krause-Gruppe könnte schneller vorbei sein, als man glaubt.

Die Signa besitzt eine einseitige Call-Option. Sie kann also den Partner jederzeit auszahlen. Signa-Sprecher Robert Leingruber bestätigte auf Anfrage der „Presse“, dass es eine Option gibt. Ob sie gezogen wird? „Zu Marktgerüchten sagen wir nichts.“ Auch Invester United Benefits kommentiert keine Gerüchte. „Es besteht ein aufrechtes Joint Venture mit der Signa. Das Closing zum BAI-Deal steht in den kommenden Tagen bevor.“

Branchenkenner rechnen damit, dass Signa bald alleiniger Eigentümer der BAI sein wird. Schon Ende Jänner erklärte Signa: „Erklärtes Ziel für die BAI unter der neuen Eigentümerschaft ist es, ein eigenständiger Wohnbauträger für leistbares Wohnen in Wien zu werden.“ Signa liegt also daran, die BAI im Ganzen zu erhalten. Hingegen sei Invester United Benefits ein klassischer Entwickler.

Signa wäre mit einem Schlag einer der größten Wohnbauträger Wiens. Mit dem Zukauf der BAI steigt das Investitionsvolumen um 1,7 auf 2,7 Mrd. Euro. Die BAI-Gruppe verfügt über 18 Projekte und ein Projektentwicklungsvolumen von über 400.000 Quadratmetern. Das seien – geschätzt – 8000 bis 9000 Wohnungen bzw. Büroräume, sagen Experten.

Ein BAI-Projekt wurde schon an Signa verkauft. Am Hauptbahnhof entstehen 350 Wohnungen und ein Bürogebäude. Zu den weiteren Projekten der BAI zählen unter anderem das Parkside in der Vorgartenstraße 120, Trienna zwischen Rennweg und Landstraßer Gürtel oder die Donaumarina-Apartments am Handelskai.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.03.2017)