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CBRE: Hochphase bei Immo-Investments in Österreich

12.07.2017 | 12:51 |   (DiePresse.com)

Vor allem Deutsche investierten im ersten Halbjahr 2017 in den heimischen Markt. Markante Transaktionen in Wien: DC Tower, Icon Vienna sowie der Orbi Tower. Polen und Tschechien liegen beim Investmentvolumen auf ähnlichem Niveau wie Österreich.

DC Tower
Bild: (c) imago/Preusser (Volker Preusser) 

Die Immobilien-Investments in Österreich dürften heuer im Gesamtjahr 2017 auf knapp 3,5 Mrd. Euro klettern und damit ganz nahe an den Rekordwert von 3,75 Mrd. Euro des Jahres 2015 herankommen. Das gab der Immo-Dienstleister CBRE bei einer Pressekonferenz am Mittwoch bekannt. Das erste Halbjahr war sehr stark, wobei von den 2,5 Mrd. Euro mehr als die Hälfte aus Deutschland kamen.

Allein im ersten Halbjahr 2017 gab es fünf Großtransaktionen mit Volumina von jeweils mehr als 100 Millionen Euro und einem Gesamtwert von rund 1,4 Mrd. Euro. Die markantesten Investments waren "Icon Vienna" von Signa an Allianz Real Estate, der "DC Tower 1" der Bank Austria an Deka Immobilien und der "Orbi Tower" von der IWS TownTown an die Bank Austria Real Invest (siehe Geomap). "Die vergleichsweise hohe Anzahl an großvolumigen Transaktionen im ersten Halbjahr 2017 ist bemerkenswert, im gesamten Jahr 2016 fanden nur vier Deals in dieser Größenordnung statt", so Georg Fichtinger, Head of Investment Properties bei CBRE.

 

 

Im Halbjahr kamen 56 Prozent der Investments aus Deutschland, 29 Prozent von inländischen Investoren und 15 Prozent von internationalen Investoren - vor allem aus Luxemburg und Frankreich. Wieder das größte Interesse zog die Assetklasse Büros mit 61 Prozent des Invest-Volumens auf sich; dabei wurde eine Spitzenrendite von 3,95 Prozent erreicht (gegenüber 4,1 Prozent im 1. Halbjahr 2016). Immer mehr angezogen haben Wohnimmobilien, auf sie entfielen zwölf Prozent des Investmentvolumens, je neun Prozent auf Retail und Hotels. Mit 5,65 Prozent wurden die höchsten Renditen nach wie vor bei Fachmarktzentren erreicht.

Als Basis für die Berechnung der Investmentzahlen dienen seit dem ersten Halbjahr 2017 in Wien und Österreich die "Signings" (das Unterschreiben der Verträge) - und nicht wie bisher, die "Closings" der Transaktionen. Als Grund für die neue Berechnung werden vor allem die immer länger werdenden Zeiträume bis zum Closing genannt.

CEE-Länder mit deutlichem Investmentplus

Im CEE-Raum ist das Bild gespalten: Polen und Tschechien liegen bei Investmentvolumen und Attraktivität auf ähnlichem Niveau wie zum Beispiel Österreich - andere CEE-Märkte stagnieren dagegen, so CBRE. In Polen seien im ersten Halbjahr 2,16 Mrd. Euro investiert worden, in Tschechien 2,08 Mrd. Euro, womit die beiden Länder rund drei Viertel aller Investments in Core-CEE-Ländern auf sich vereinigt hätten. Zu den Kernländern - mit insgesamt 54 Prozent Anstieg auf 5,91 Mrd. Euro bis Juni - werden neben Tschechien und Polen auch die Slowakei, Ungarn sowie Rumänien gezählt.

Doch hätten einige CEE-Länder ihr Potenzial bereits ausgeschöpft. Während Tschechien, Polen und auch Ungarn im Vergleich zum Vorjahr das Niveau bis Jahresende halten könnten, habe Rumänien schon bis Juni das Investitionsniveau des gesamten Vorjahres erreicht, so Andreas Ridder, Geschäftsführer von CBRE Österreich und CEE-Chairman. In allen CEE-Ländern zusammen wurden im Halbjahr 7,93 Mrd. Euro investiert, bis Jahresende sollen es rund 14 Mrd. Euro werden, was einem neuen All-Time-High entspräche.

Business Service Center pushen Büro-Bedarf in CEE

Im Bürobereich wird der Bedarf im CEE-Raum stark vom Anstieg an Büro-Beschäftigten getrieben. Bis 2021 soll etwa in Budapest deren Zahl um über 2,5 Prozent steigen, in Warschau um rund zwei Prozent - in Wien nur um 1,5 Prozent. Für Business Service Center seien die CEE-Metropolen die bevorzugten Standorte in Europa. So gebe es allein in Polen zur Zeit 936 Business-Service-Standorte, durch die ein Drittel aller Büroflächen in Polen genutzt werde. In Ungarn seien es zwar lediglich 110, dafür würden diese mit 450 pro Zentrum die höchste Durchschnittszahl an Mitarbeitern aufweisen. "Wir gehen davon aus, dass der Bedarf an Büroflächen für Business Service Centers in den kommenden Jahren in den Städten der CEE-Region noch weiter steigen wird", so Ridder. (Red./ APA)