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Kerbler und Kowar steigen bei Wiener Privatbank aus

28.08.2017 | 09:04 |   (DiePresse.com)

Günter Kerbler und Johann Kowar wollen die Mehrheit an der Wiener Privatbank an eine slowakische Investmentgruppe verkaufen. Die Bank trennt sich deshalb von Immobilienvermögen.

Günter Kerbler und Johann Kowar verkaufen ihre Privatbank-Anteile
Günter Kerbler und Johann Kowar verkaufen ihre Privatbank-Anteile / Bild: ANZER Richard / WB 

Die börsennotierte Wiener Privatbank SE wird im Rahmen einer Umstrukturierung das Bank- und Immobiliengeschäft weitgehend trennen. Dazu sollen alle wesentlichen Immobilienaktivitäten im Laufe des zweiten Halbjahres 2017 und ersten Halbjahres 2018 veräußert werden. Durch die geplanten Veräußerungen könnte es auch zu einer erhöhten Dividende für 2017 kommen, teilte die Gesellschaft am Montag mit.

Die Umstrukturierung werde angestrebt, weil sich die beiden Mehrheitsaktionäre Günter Kerbler und Johann Kowar in weit fortgeschrittenen Verhandlungen über den Verkauf ihrer direkt und indirekt gehaltenen Beteiligungen an der Gesellschaft an die slowakische Investmentgruppe Arca Capital Gruppe befinden. Kerbler und Kowar halten über verschiedene Vehikel gemeinsam rund 72 Prozent an der Wiener Privatbank, die an der Börse Wien notiert und derzeit mit 52 Millionen Euro bewertet ist.

Die Transaktion soll im Falle eines Vertragsabschlusses und vorbehaltlich der Zustimmung der Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA voraussichtlich im zweiten Quartal 2018 abgeschlossen werden. Nach Durchführung der Transaktion wäre den Aktionären ein öffentliches Angebot gemäß §§ 22 ff ÜbG (Übernahmegesetz) zu unterbreiten, heißt es weiter.

Die geplanten Veräußerungen betreffen insbesondere die Beteiligungen der Gesellschaft im Immobilienbereich (etwa ViennaEstate Immobilien AG und Wiener Privatbank Immobilienverwaltung GmbH) sowie die mittelbar gehaltenen Beteiligungen an Hotelliegenschaftsbesitzgesellschaften. An der ViennaEstate ist die Wiener Privatbank mit rund 32 Prozent beteiligt, rund die Hälfte der Anteile gehören Kerbler und Kowar. Die ViennaEstate-Vorstände Helmut Dietler und Thomas Dell kündigten am Montag an, wesentlichte Teile der Privatbank-Immobilienaktivitäten übernehmen zu wollen. Die Transaktion wäre teilweise extern über eine Kapitalerhöhung zu finanzieren, deren Höhe  unter anderem von der finalen Preisfindung abhängen werde.

(APA)