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Immobilien-Deals: Vonovia will nach Conwert auch Buwog übernehmen

20.12.2017 | 11:35 |   (APA)

Angekündigtes Offert ist 5,2 Mrd. Euro schwer.

Bild: (c) REUTERS (HEINZ-PETER BADER) 

Der größte deutsche Wohnungskonzern Vonovia ist weiter auf Übernahme-Tour in Österreich: Nach der milliardenschweren Übernahme des börsennotierten Immobilienkonzerns Conwert heuer im März ist nun die Buwog dran: "Wir haben heute Morgen vereinbart, dass Vonovia der Buwog ein Angebot in bar unterlegen wird", sagte Vonovia-Chef Rolf Buch am Montag in einer Telefonkonferenz.

Für die Buwog mit ihren grob knapp 49.200 Wohnungen sollen 5,2 Mrd. Euro in bar geboten werden. Das offizielle Übernahme-Offert soll "voraussichtlich Anfang Februar" veröffentlicht werden. Für die Conwert (mit rund 21.600 Wohnungen) hatte Vonovia rund 2,7 Mrd. Euro auf den Tisch gelegt. Vonovia hat rund 350.000 Wohnungen im Portfolio.

Buch rechnet mit einem Settlement des heute bekanntgewordenen Deals am 26. März. Vorerst sei das Ziel, 50 Prozent plus eine Aktie an der Buwog zu bekommen. "Kartellamtsmäßig gehen wir von überhaupt keinen Schwierigkeiten aus", sagte der Vonovia-Chef. Jetzt müssen nur noch die Aktionäre zustimmen. 29,05 Euro je Aktie in bar sind geboten - das entspricht einem Aufschlag von gut 18 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. Die Buwog ist laut Riedl 2014 zu einem Kurs von 13 Euro an die Börse gegangen. Der Kaufpreis soll komplett fremdfinanziert werden. "Wir brauchen keine Kapitalerhöhung, um die Transaktion zu finanzieren."

Büro in Wien bleibt

"Unsere Wohnungsportfolien passen gut zusammen", betonte Buch. Ziel sei es, attraktiven leistbaren Wohnraum zu schaffen. Vonovia bringt rund 350.000 Wohnungen ein. Nach der Buwog-Übernahme will der deutsche Konzern sein Wohnungsneubauvolumen von rund 2.000 auf 4.000 pro Jahr verdoppeln. "Was wir mitbringen, ist eine Grundstückspipeline für 10.000 Wohnungen in den nächsten fünf, sechs Jahren", erklärte Buwog-Chef Daniel Riedl in der gemeinsamen Telefonkonferenz mit Vonovia. "Das ist nicht das, wo wir enden wollen. Das ist das, wo wir starten", ergänzte Buch. Die Grundstücke verteilen sich laut Riedl auf Berlin (5.000), Wien (4.000) und Hamburg (1.000). Dort würden zu rund einem Drittel Mietwohnungen für den eigenen Bestand und zu zwei Drittel Eigentumswohnungen für den Verkauf gebaut.

An der Buwog attraktiv ist den Angeben zufolge ihr Know-how bei der Immobilienentwicklung. Zu dem Thema Development meinte Buch: "Am Ende muss man es können - jetzt haben wir jemanden, der es kann." Der Name Buwog verschwindet (vorerst) nicht: In Österreich soll die Buwog - "quasi als selbstständige Länderorganisation" - weiterhin unter Buwog auftreten, in Deutschland allerdings "unter Vonovia-Flagge". Das Büro in Wien bleibt. Riedl, der den Aktionären die Annahme des Übernahme-Angebots nahelegt, soll Buwog-Vorstand bleiben und in den Vonovia-Vorstand einziehen.

Von dem Zusammenschluss erwarten sich die Deutschen operative Kostenvorteile von rund 30 Mio. Euro jährlich. Das könnte ab Ende 2019 zu einem größten Teil greifen. Die Immobiliengesellschaft Vonovia, die aus der Fusion von Deutsche Annington und Gagfah hervorging, notiert seit September 2015 im Deutschen Aktienindex (DAX) der 30 größten Unternehmen in Deutschland. An der feindlichen Übernahme des größten Konkurrenten Deutsche Wohnen, für den rund 14 Mrd. Euro geboten waren, biss sich Vonovia 2016 allerdings die Zähne aus. Der Deal kam nicht zustande. (APA)

1 Kommentare
Blauistderenzian
20.12.2017 15:57
0 0

Privatisierung

Da sieht man wie billig schwarzblau Staatseigentum verscherbelt hat, wenn die Immofinanz jetzt die um 960 pardon 961 Mio gekaufte BUWOG nach rd. 10 Jahren für 50 % plus 1 Aktie einen Preis von 5,2 Mrd bezahlen wird. Das ist für die Hälfte ein Gewinn von 550 Prozent! Da werden sich die einstigen Provisionsempfänger aber ärgern! Und viel Freude den BUWOG Mietern mit den neuen Mieten. Bekanntlich hat der Wert der Häuser Auswirkung auf die Höhe der Mieten!