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Neuer Schwung auf dem Wiener Büromarkt

12.01.2018 | 11:57 |   (Die Presse)

Bilanz II: 2018 wird den höchsten Neuflächenzuwachs seit zehn Jahren bringen.

Visualisierung Bank Austria Campus
Visualisierung Bank Austria Campus /  

Der Wiener Büromarkt hat im vergangenen Jahr eine Verschnaufpause eingelegt. Wurden 2016 noch rund rund 329.000 Quadratmeter vermietet, fiel das Volumen im Vorjahr auf 192.000 Quadratmeter und somit sogar unter das Niveau von 2015. „Die geringe Vermietungsleistung korreliert mit dem Fertigstellungsvolumen. Im Jahr 2017 wurden rund 154.000 neuer Büroflächen fertiggestellt, von denen allerdings bereits Anfang 2017 etwa 70 Prozent vorvermietet oder eigengenutzt waren“, liefert Olivia Prinz, Associate Director Office Agency bei CBRE, eine Erklärung. Heuer dürfte aber wieder deutlich mehr Dynamik in den Markt kommen. Die Neuflächenproduktion wird auf 320.000 Quadratmeter steigen und damit den höchsten Stand seit mehr als zehn Jahren erreichen. Fertigstellungen stehen etwa auf dem Austria Campus (160.000?m2), im Icon Vienna (74.000?m2), im ViE beim Prater (13.000?m2) oder im Messecarree Wien (ca. 4600?m2) an.


Schwerer Stand für Bestand


Stefan Wernhart, Leiter der Abteilung Büroimmobilien bei EHL, gibt sich überzeugt davon, dass die neuen Flächen auf reges Interesse stoßen werden. „Noch vor zwei Jahren mussten zahlreiche Unternehmen länger geplante Übersiedlungen aus Mangel an geeigneten Flächen verschieben. Daher ist jetzt ein deutlicher Anstieg der Anfragen nach qualitativen Erstbezugsflächen zu verzeichnen.“ Bei CBRE weist Prinz darauf hin, dass rund die Hälfte der neuen Flächen für 2018 bereits vorvermietet sind oder eigengenutzt werden. „Einige Flächen werden allerdings auch wieder frei, da beispielsweise die Bank Austria Standorte zusammenlegt und in den Austria Campus übersiedelt.“ Dies werde in Kombination mit der hohen Neubautätigkeit zu einer höheren Leerstandrate führen, die Expertin spricht von mehr als fünf Prozent. Damit deckt sich ihre Einschätzung mit jener Wernharts, der von einem kurzfristigen Anstieg auf 5,3 Prozent spricht.
Davon betroffen werden nach Meinung des Experten vor allem ältere Gebäude sein. In vielen Fällen würden die Eigentümer nicht um umfassende Modernisierungen und eine flexible Mietpreisgestaltung umhinkommen, um diese erfolgreich auf dem Markt positionieren zu können, so Wernhart. Für bestimmte Gruppen hätten sie aber auch Vorteile: „Bestandsobjekte bieten sich vor allem für jene Mieter an, die ein Gebäude zur Alleinnutzung suchen. Mieterspezifisch adaptiert bieten sie eine Alternative zu Neubauten.“ (ebe)