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Nachhaltiger Wohnraum: Zwei Drittel würden dafür mehr zahlen

14.05.2012 | 17:12 |   (DiePresse.com)

Wohnungssuchende stellen der Immobilienbranche laut einer aktuellen Studie ein schlechtes Nachhaltigkeitszeugnis aus. Der Energieausweis ist kaum bekannt. Ein schimmel- und schadstofffreier Wohnraum ist wichtiger als die Lage.

Nachhaltiger Wohnraum Zwei Drittel

Die „ImmoNachhaltigkeitsstudie 2012“ wurde am Montag in Wien veröffentlicht und zwei Drittel der 950 Befragten gaben an, dass Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema für ihre aktuelle Wohnsituation sei. 68 Prozent erklären sich bereit, für eine energieeffiziente Wohnung mehr zu bezahlen. Wobei jüngere Wohnungssuchende aufgrund ihrer finanziellen Situation weniger gewillt sind, für eine nachhaltige Immobilie mehr auszugeben.
Ein Drittel der Befragten lehnt höhere Preise für nachhaltige Wohnungen generell ab. Aber: Ein Viertel wäre bereit, zwischen zwei und fünf Prozent mehr zu bezahlen. Ein Fünftel würde sechs bis zehn Prozent mehr Geld auf den Tisch legen und 14 Prozent der Befragten gaben an, für nachhaltige Immobilien über zehn Prozent mehr auszugeben.

Schlechtes Zeugnis

Im Vergleich zu Bio-Produkten im Supermarkt oder Ökostrom-Angeboten sieht jedoch nur ein Drittel der Befragten das Thema Nachhaltigkeit im Immobilienbereich gut verwirklicht. Wohnungsuchende stellen der Branche punkto Nachhaltigkeit ein besonders schlechtes Zeugnis aus. Neben der Energieeffizienz werde auch immer mehr auf Kriterien wie Langlebigkeit, Schimmel- und Schadstofffreiheit geschaut.
53 Prozent der Konsumenten gaben zudem an, keine Förderungen für die Sanierung eines Eigenheimes zu kennen. In Wien, wo der Großteil in Mietwohnungen lebt, wissen lediglich 29 Prozent über die Fördermöglichkeiten Bescheid. Der in den letzten Jahren von der Politik eingeführte Energieausweis, der die Energieeffizienz eines Hauses angeben soll, ist offenbar kaum bekannt. 84 Prozent verneinten die Frage, ob es für das Haus oder die Wohnung einen Energieausweis gebe.

Gesunder Wohnraum

Den meisten Österreichern ist es wichtig, dass in den eigenen Wänden die natürlichen Ressourcen Sonne, Wasser, Erdwärme und Luft genutzt werden können. Das wichtigste Auswahlkriterium einer
Wohnimmobilie ist der Umfrage zufolge allerdings nach wie vor der Preis. An zweiter Stelle, noch vor der Lage, kommt schon das Thema "Gesunder Wohnraum", das in der Studie zur Nachhaltigkeit gezählt wird. (APA/ red.)

Wissen
Die ImmoNachhaltigkeits-Studie 2012 wurde in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI), Rhomberg Bau, dem Aluminium-Fenster-Institut (AFI) und Pro Projekt Baumanagement & Planung hat wiko, ein Beratungsunternehmen für Öffentlichkeitsarbeit und Wirtschaftskommunikation, eine Studie unter dem Titel „Nachhaltige Immobilien – was sagt der Konsument“ initiiert. Die Basis der Studie ist eine von Karmasin Motivforschung unter 950 Konsumenten durchgeführte telefonische Umfrage, repräsentativ für Österreicher ab 18 Jahre. Ergänzt wurde die Konsumentenumfrage durch eine Online-Befragung bei Wohnungssuchenden von Immobilien.net unter weiteren 482 Befragten.