Immobilienkäufe: Preiskurve flacht ab
02.08.2012 | 13:33 | (DiePresse.com)
8,1 Milliarden Euro investierten die Österreicher im ersten Halbjahr 2012 in Immobilien. Die Zahl der Käufe sank damit um fünf Prozent zum Vorjahresvergleichszeitraum.

„Eine Konsolidierungsphase steht wohl vor der Tür“, kommentiert Bernhard Reikersdorfer, Re/Max Austria Geschäftsführer, die von ihm präsentierten Zahlen zum Immobilienmarkt in Österreich. Diese basieren auf der Kaufvertragssammlung von Immounited. 43.246 Immobilienkäufe wurden im ersten Halbjahr getätigt, um fünf Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten 2011. Die Anzahl der Immobilien auf dem Markt sei konstant, doch die Preiskurve flacht ab. Der Wert der Immobilienkäufe lag in den ersten beiden heurigen Quartalen bei 8,1 Milliarden Euro, das Handelsvolumen verringerte sich damit um 2,4 Prozent.
Die größten Werte wurden in Wien gehandelt, hier verzeichnete man knapp ein Drittel der Gesamtkaufsumme. Es folgten Niederösterreich und die Steiermark, Schlusslichter waren größenbedingt Vorarlberg und Kärnten sowie das Burgenland. Die Anzahl der Immobilienkäufe war mit 9655 in Niederösterreich am höchsten. Damit ging die Zahl zwar um 9 Prozent zurück, doch entspricht noch immer einem Viertel aller in Österreich getätigten Transaktionen. In Wien wurden 7268 Grundbuchseintragungen verzeichnet, das entspricht einem Rückgang um 3,6 Prozent.
Eigentumswohnungen beliebt
Betrachtet man die Immobilientypen, so waren Eigentumswohnungen wieder der Renner – 15.414 Objekte wurden verkauft, das entspricht der zahlenmäßig größten Gruppe an Immobilienkäufen. Trotzdem ging die Anzahl der Wohnungstransaktionen zu 2011 um 8,9 Prozent zurück. Der Durchschnittspreis betrug dabei in Österreich 140.230 Euro. Die Wertsteigerung betrug nur noch 2,5 Prozent, 2011 lag sie noch bei plus 7,5 und 2010 bei plus 4,5 Prozent. 4772 Wohnungen – um 9,5 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2011 - wurden im ersten Halbjahr allein in Wien verkauft. Die teuersten Wohnungskäufe gab es in Vorarlberg mit einem Durchschnittspreis von 178.046 Euro, die billigsten im Burgenland zu 72.917 Euro. In Wien lag diese Zahl bei 148.942 Euro, wobei es hier innerhalb der Stadt je nach Lage die größten Preisunterschiede gab – bis zu einem Schnitt von 6797 Euro pro Quadratmeter im ersten Bezirk.
Die meisten Einfamilienhäuser wurden in Niederösterreich verkauft (1275), in ganz Österreich ging die Zahl um 4,2 Prozent zurück. Luxushäuser gingen in Tirol besonders gut, was zur Folge hat, dass das Bundesland hier die Preislisten anführt. Die Grundstückspreise haben sich in Niederösterreich und Oberösterreich moderat entwickelt, so Reikersdorfer, in allen anderen Bundesländern seien sie gestiegen.






