Sanierungsplan für Badgasteiner Kur & Kongressbetriebe
23.10.2012 | 10:56 | (DiePresse.com)
Land, Gemeinde und Banken ziehen an einem Strang. Alle Beteiligten wollen gegen das Urteil des Oberlandesgerichtes Wien ankämpfen, das dem Investor Duval 900.000 Euro zubilligt.

Das Land Salzburg, ein heimisches Bankenkonsortium und die Gemeinde wollen die Bad Gasteiner Kur & Kongressbetriebsgesellschaft (KKB) vor dem Konkurs retten. Darauf haben sich die Eigentümervertreter der mit mehr als fünf Millionen Euro verschuldeten KKB am Montag geeinigt. Zur Zeit halten die Gemeinde und die Banken je 30 Prozent und das Land Salzburg 35 Prozent. Fünf Prozent sind in der Hand des sogenannten Kurfonds. Außerdem wollen alle Beteiligten das kürzlich ergangene Urteil des Oberlandesgerichtes Wien vor dem OGH bekämpfen. Dieses Urteil billigt dem Investor Franz Duval 900.000 Euro zu, weil das an Duval verkaufte Haus Austria zu spät geräumt worden sei.
Der Bürgermeister, Gerhard Steinbauer, will die Anteile der Banken zum Nulltarif sowie ein Vorkaufsrecht für die Landesanteile. Banken und Land hätten Zustimmung signalisiert, erklärte Steinbauer. Der konkrete Sanierungsplan soll bis Mitte Dezember ausgearbeitet und
vorgelegt werden.
Keine konkrete Summe
Dieses Vorkaufsrecht dezidiert einräumen wollte der
Eigentümervertreter des Landes, LHStv. David Brenner, der Gemeinde nicht. Aber: "Für mich ist klar, das Land wird das Unternehmen in solch einer schwierigen Situation keinesfalls im Regen stehen lassen. Das schulden wir den 50 Mitarbeitern, das ist aber auch eine regionalwirtschaftlich wichtige Frage", sagte Brenner
in einer Aussendung. Eine konkrete Summe, die das Land zur Sanierung der KKB beizutragen bereit ist, wurde am Montag weder genannt noch vereinbart.
Geeinigt haben sich die Eigentümervertreter von Land, Gemeinde und Banken auch darauf, jenes Gerichtsgutachten zu bekämpfen, das dem Investor Duval 900.000 Euro zubilligt.
Der heute 87-jährige Investor Franz Duval hat im historischen Zentrum Bad Gasteins fünf große Immobilien erworben, die seither zusehends verfallen. "Niemand versteht das", so Steinbauer, für den Duval ein Spekulant ist. "Zwar stirbt die Hoffnung zuletzt, aber ich kann mir schwer vorstellen, dass es zu einer vernünftigen Einigung mit Duval kommen könnte", so der Gasteiner Bürgermeister zur APA. Der Investor selbst sagt, er möchte seine Vorhaben als Immobilienentwickler verwirklichen. Seine Suche nach Investoren dauert aber schon etliche Jahre.





