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Teurer Standort: Spitzenmieten am Wiener Kohlmarkt

10.01.2013 | 16:46 |   (DiePresse.com)

Ausblick 2013 für Wien: Ehemalige Büros werden zu Luxushotels. Einzelhandel: Quadratmeterpreise bis zu 390 Euro pro Quadratmeter in der Innenstadt.

© Gregor Titze/ www.signa.com

Das Investitionsvolumen am heimischen Immobilienmarkt wird nach Angaben der Experten von EHL Immobilien wieder leicht steigen, für Einzelhandelsinvestments gilt die Bundeshauptstadt mittlerweile sogar als der attraktivste Markt Europas. Im Wohnungsbereich werden aufgrund der hohen Nachfrage die Preise und Mieten im Jahr 2013 weiter steigen, wenn auch abgeschwächt.

Für Immobilien-Investments in Österreich erwarten die Fachleute 2013 erneut einen rund zehnprozentigen Zuwachs. 2012 ist das Transaktionsvolumen in gewerbliche Immobilien um etwa 150 Millionen Euro auf 1,65 Milliarden Euro geklettert, drei Viertel davon entfielen auf Wien. Auch heuer werden internationale Käufer den Ton angeben, prognostiziert EHL. Voriges Jahr entfielen 55 Prozent des Volumens auf ausländische Investoren, allein drei Viertel davon bestritten Immofonds aus Deutschland.

Auf dem Wiener Büromarkt dürfte auch in diesem Jahr die Vermietungsleistung steigen. Getrieben sein wird dies von etlichen Großvermietungen im DC Tower an der Alten Donau in Wien Donaustadt. Die bereits 2008 sinkende Büro-Neuflächenproduktion in Wien - dürfte nach 170.000 Quadratmetern im Vorjahr weiter zurückgehen, man rechnet mit maximal 160.000 Quadratmeter. Bei den Vermietungen rechnet man mit 250.000 Quadratmetern, viele frühere Bürohäuser werden zu Luxushotels – etwa der ehemalige Standort der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse hinter dem Volkstheater, wo die Sans Souci Group nun ein Luxushotel entwickelt.Die Büro-Spitzenmieten sollten sich weiterhin bei 28 Euro pro Quadratmeter je Monat bewegen und die Leerstandsrate bei knapp unter sieben Prozent - abgesehen von Berlin und Londons West End der niedrigste Wert europäischer Großstädte.

Im Einzelhandelsbereich zählt Wien - dank des "Goldenen Quartiers" rund um Kohlmarkt und Graben - mit Spitzenmieten von monatlich bis zu 390 Euro pro Quadratmeter mittlerweile schon zu den zehn
teuersten Standorten weltweit. Laut einer aktuellen Umfrage unter den 100 expansivsten Einzelhandelsketten weltweit ist Österreich der am zweitstärksten nachgefragte Markt Europas und lässt damit sogar
Städte wie Paris oder London hinter sich. Für Top-Lagen erwartet EHL einen weiteren Mietenanstieg, während B- und vor allem C-Anlagen Rückschläge hinnehmen müssten.

Der Wiener Wohnungsmarkt wird sein hohes Niveau problemlos halten, heißt es. 2013 sollten sich sowohl die Preise für Eigentumswohnungen als auch die Mieten weiter stabil nach oben entwickeln, wenngleich dies für Mieten weniger stark gilt als für Kaufpreise. Die Preise für Eigentumswohnungen stiegen 2012 auf neue Rekordwerte. Im Durchschnitt betrug der Anstieg zwischen zwei und zehn Prozent. Dennoch ist in eine Immobilienblase laut EHL-Wohnungsexpertin Sandra Bauernfeind nicht zu befürchten.
 (red.)