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Bundesländer: Preise bleiben auf hohem Niveau

18.01.2013 | 18:37 | ASTRID MÜLLNER (Die Presse)

Schön langsam pendeln sich auch in den Landeshauptstädten die Preise für Eigentum ein. Erwartet werden Steigerungen, aber geringere als zuletzt.

Billiger wird's nicht, das Wohnen. Das ist die schlechte Nachricht für alle, die sich gerade um Immobilien umsehen, egal ob in Wien, Graz oder Salzburg. Aber, so die gute Nachricht, „die „Preiskurve wird flacher“, sagen Experten. Soll heißen: Die Kosten für Eigentum steigen nicht so stark an wie zuletzt. Nicht nur in Wien sind in den vergangenen paar Jahren die Preise in die Höhe geschnalzt, angezogen haben sie ebenfalls in den Bundesländern, speziell in den Landeshauptstädten. Doch auch dort orten nun die Fachleute vom Österreichischen Verband der Immobilienwirtschaft, ÖVI, in ihrem Ausblick auf 2013 ein „langsames Einpendeln auf hohem Niveau“.

 

Kaufmotiv ändert sich

Ähnlich sehen es die Immobilienvermittler von Re/max. Es sei zwar mit steigender Nachfrage in nahezu allen Preissegmenten und bei nahezu allen Immobilientypen zu rechnen, aber die Steigerung falle wesentlich geringer aus als in den Vorjahren, so Anton Nenning, Managing Director von Re/max Austria. Außerdem stellt er fest: „Das Hauptmotiv der Interessenten ändert sich ganz signifikant. Nicht so sehr die Anlage, sondern die Eigennutzung steht wieder mehr im Vordergrund.“ Für 2013 rechnet er für Österreich mit einer Steigerung der Nachfrage um 2,4 Prozent und einer Preis- und Wertsteigerung von 3,8Prozent. Das Angebot werde mit minus 0,3 Prozent weitgehend gleich bleiben.

 

„Nachholaktion“ im Burgenland

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern sind dabei recht groß, heißt es bei Re/max. Im Burgenland beispielsweise werden die Immobilienpreise mit einem Plus von 5,4 Prozent etwas mehr steigen, prognostiziert Nenning: „Eine Nachholaktion im Vergleich zum Vorjahr.“ Stabil bleiben sollen etwa Oberösterreich und Salzburg, etwas stärker als der Schnitt steigen dürften Kärnten, Wien und die Steiermark.

Patricia Reisinger, ÖVI-Landesstellenleiterin, über die steirische Landeshauptstadt: „Der Preisanstieg hat sich im Vergleich zu den Vorjahren etwas eingebremst und entwickelt sich moderater als in den Jahren zuvor.“ Im Median (50 Prozent der Wohnungen sind teurer, 50 Prozent billiger) kostet in Graz eine neue Eigentumswohnung pro Quadratmeter rund 3100 Euro, ein gebrauchtes Objekt an die 2000 Euro. Für ein Einfamilienhaus sind im Durchschnitt 2287 Euro pro Quadratmeter zu bezahlen.

Ähnlich sieht es auf dem Salzburger Wohnungsmarkt aus: Die Preise steigen moderater – und das nur in guten Lagen. „In mäßigen Lagen sind die Preise stabil, in wenig gefragten sogar rückläufig“, berichtet Christian Schnellinger, ÖVI-Landesstellenleiter in Salzburg. 4450 Euro pro Quadratmeter kostet in Salzburg Stadt eine neue Wohnung, 2824 eine gebrauchte, für Einfamilienhäuser sind durchschnittlich 3878 Euro pro Quadratmeter zu berappen. Und in Linz liegen diese Werte bei 3541 Euro pro Quadratmeter für eine neue, bei 2277 Euro für eine gebrauchte Wohnung und bei 2455 Euro pro Quadratmeter für ein Einfamilienhaus.

 

Schnäppchen auf dem Lande

Sicher keine Wertsteigerungen erwarten die Experten bei Re/max bei Eigentumswohnungen in Landgemeinden, dort sinke die Nachfrage relativ stark. Der Grund dafür liege in „den Abwanderungstendenzen in einigen Regionen Österreichs“, erklärt Bernhard Reikersdorfer, Geschäftsführer Österreich, und außerdem an den „regen Bautätigkeiten der Siedlungsgenossenschaften auch in den hintersten Winkeln des Landes.“

 

Wär' da nicht das Rasenmähen

Unverändert gering ist auch das Interesse der Österreicher daran, sich einen Zweitwohnsitz auf dem Lande zuzulegen. Insgesamt betrachtet sollen für solche Objekte die Preise um rund drei Prozent sinken. Wobei: Die Kosten für Wochenendhäuser sind natürlich „extrem lageabhängig“, sagt der Experte. Teuer werde es nur dann, wenn das Häuschen einen tollen Fernblick bieten könne, ganz nah an einer Skipiste liege oder freien Zugang zu einem See hat. „Der Wunsch, am Wochenende wieder regelmäßig hinaus in die Natur zu kommen, ist oft groß“, bemerkt Reikersdorfer, „aber die Abscheu vor dem Rasenmähen ist anscheinend immer noch größer.“


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