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Österreich droht neue Wohnungsnot

05.02.2013 | 13:38 |   (DiePresse.com)

2011 wurden um 270 Mio. Euro weniger für die Wohnbauförderung ausgegeben als im Jahr zuvor. Die Sanierungsausgaben sind gestiegen. Die AK fordert eine Reform.

oesterreich droht neue Wohnungsnot

Wie viele Immobilienexperten warnt auch die Arbeiterkammer (AK) vor einer neuen Wohnungsnot aufgrund eines zu geringen Wohnungs-Neubaus. Wegen der wachsenden Einwohnerzahl seien in den nächsten 10 Jahren bundesweit pro Jahr rund 50.000 neue Wohnungen nötig, davon 35.000 geförderte. Die Förderbeträge und die Zahl der Förderzusicherungen seien aber rückläufig, kritisierte AK-Präsident Herbert Tumpel am Dienstag und verlangte eine rasche Reform der Wohnbauförderung.

2011 hätten die Bundesländer um 270 Millionen Euro weniger für die Wohnbauförderung (WBF) ausgegeben als 2010 - nachdem die Bundesmittel dafür seit 1996 mit knapp 1,8 Milliarden eingefroren waren und die Zweckbindung 2008 aufgehoben wurde. Deshalb seien die Zusicherungen der Länder für geförderte Wohnungen seit 2009 stark eingebrochen, was zu Lasten leistbarer Mietwohnungen gehe.

Gemeinnützige im Teufelskreis

Der Rückgang der Förderzusicherungen von 2009 bis 2011 bedeute, dass um rund 6500 Wohnungen weniger gebaut worden seien - nur noch 17.800 statt 24.300 davor -, ein Minus von knapp 27 Prozent, wie Tumpel in einer Aussendung vorrechnete. Überdies sei schon länger eine Verlagerung der WBF vom Neubau zur Sanierung feststellbar: Die Sanierungsausgaben seien seit 2011 real um fünf Prozent gestiegen, die Neubauausgaben dagegen real um elf Prozent gesunken.

Die Gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) befänden sich in einem Teufelskreis, denn für sie werde es zunehmend schwieriger, Grundstücke zu leistbaren Preisen zu kaufen, kritisiert der AK-Chef. In Wien etwa sei der Durchschnittspreis pro Quadratmeter Boden für Bauland höherer Widmung in den vergangenen zehn Jahren um 67 Prozent gestiegen. Wollten die Gemeinnützigen aber Fördermittel erhalten, seien sie an Auflagen der WBF gebunden, könnten also nicht jeden hohen Preis zahlen, gibt Tumpel zu bedenken.

(APA)