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Preisanstiege in den Städten, Sinkflug in ländlichen Gebieten

11.02.2013 | 14:58 |   (DiePresse.com)

Wohnimmobilien am Land verlieren teilweise massiv an Wert: Preisstürze in Kärnten, nördliche Regionen sind ebenfalls von einem Wertverfall betroffen.

Markt Preisanstiege Staedten Sinkflug

Preisveränderungen prägen derzeit den österreichischen Immobilienmarkt. Urbane Gebiete mit guter Infrastruktur steigen teilweise weiter stark an. Immobilien in abgelegenen, ländlichen Gebieten verlieren dagegen zum Teil massiv an Wert, wie der aktuelle Immobilienpreisindex Immodex – mit  flächendeckend ermittelte Informationen von mehr als 64.000 Angeboten auf Immobilien.net zeigt. 

Hoch im Kurs stehen derzeit vor allem Eigentumswohnungen in den Ballungszentren - neben Wien und seiner Umgebung, entwickeln sich Linz, Wels und Steyr zu einem neuen preislichen Hotspot. Für gebrauchte Eigentumswohnungen muss man im Bezirk Linz-Land im Schnitt mittlerweile 24 Prozent mehr bezahlen als noch 2011. In der Stadt Wels sogar um über 30 Prozent
mehr. Bei den Einfamilienhäusern – der beliebteste Wohnwunsch der Österreicher - liegt die Stadt Steyr mit 26 Prozent Wertzuwachs innerhalb eines Jahres sogar an der Spitze von Gesamtösterreich. Auch im Einzugsgebiet der Stadt Salzburg, in den Bezirken Hallein und St. Johann im Pongau, gab es 2012 Wertzuwächse.

Preise in ländlichen Gebieten sinken


Eine völlig gegensätzliche Entwicklung erlebt derzeit Kärnten. In den ländlichen Gebieten im Süden Österreichs gibt es teilweise kräftige Preisstürze. Eigentumswohnungen in den Bezirken Klagenfurt-Land und Villach-Land verloren 2012 im Durchschnitt knapp 19 Prozent an Wert. Auch bei den Einfamilienhäusern führt Kärnten die traurige Spitze des Preisverfalls an. In den Bezirken St. Veit/Glan, Feldkirchen und Wolfsberg haben Häuser in den vergangenen zwölf Monaten zwischen acht und zwölf Prozent an Wert verloren. Auch einige der nördlichen Grenzregionen in Ober- und Niederösterreich, sowie Teile
der Südoststeiermark, sind vom Wertverfall bei Immobilien betroffen.

Wien: 5000 Euro pro Quadratmeter erreicht

In der Bundeshauptstadt gibt es weiterhin signifikante Preissprünge. Im Vergleich zu 2011 stiegen in der Leopoldstadt, Mariahilf, Hernals und in der Brigittenau die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen im Schnitt zwischen elf und zwölf Prozent. Für das gesamte Stadtgebiet wurde eine durchschnittliche Preissteigerung von 5,7 Prozent errechnet. Bei den neu gebauten Eigentumswohnungen im innerstädtischen Bereich scheint es einen Lichtblick zu geben: Die Schmerzgrenze in Wien beläuft sich laut Immobilien.net auf einen Quadratmeterpreis von 5000 Euro . Alle Bezirke die 2011 über dieser Grenze lagen sind  mittlerweile wieder knapp darunter gefallen. Ausnahme bildet der erste Bezirk. Dort gibt es traditionell keine echten Preisobergrenzen, wie der durchschnittliche Quadratmeterpreis von mehr als 9200 Euro zeigt. Mieten in stagnieren in Gesamtösterreich

Bundesweit liegt die durchschnittliche Preissteigerung auf dem freien Mietmarkt in Österreich bei 1,5 Prozent 2012. Zieht man die Inflation ab, sinken die Mieten real sogar um 0,9 Prozent. Auch in Wien - traditionell eine der teureren Städte für Mietwohnungen - lagen 2012 die Preise mit 9,9 bis 11,2 Euro pro Quadratmeter, je nach Qualität und Lage, im Schnitt deutlich unter vergleichbaren Metropolen in Mitteleuropa. In Hamburg betragen die Mietpreise im Durchschnitt zwischen 11,5 und 14,9 Euro und in München bei 12,1 bis 14,1 Euro pro

Wissen: Immodex
Der Immodex von Immobilien.net gibt österreichweit Richtwerte zur preislichen Einschätzung von Wohnimmobilien. Unterschieden wird in "neuwertig" und "gebraucht". Bei den preisdaten werden neben dem Medianwert auch das oberste und das untere Quartil angegeben. Dadurch kann die Bandbreite der Immobilienangebote besser dargestellt werden.

Quadratmeter.