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Stadt Wien: 211 Mio. Euro für Wohnhaussanierung

20.02.2013 | 15:25 |   (DiePresse.com)

Schwerpunkt liegt bei den Blocksanierungsgebieten in Ottakring, Hernals und Eurogate.

Stadt Wien Euro fuer

Die Stadt Wien nimmt heuer rund 211 Millionen Euro für
die Sanierung von Wohnhäusern in die Hand. Neben der Förderung der thermisch-energetischen Sanierung werden in diesem Jahr wieder sogenannte Blocksanierungsgebiete unterstützt, sagte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig am Mittwoch in einem Pressegespräch. Areale bei der Friedmanngasse in Ottakring, beim Hernalser Gürtel und beim Eurogate sollen in Angriff genommen werden.

Förderung für Bauarbeiten, Gentrifizierung stoppen

 

Bei der Blocksanierung handelt es sich um die
liegenschaftsübergreifende, gemeinsame Sanierung von mehreren Gebäuden oder Wohnhausanlagen in Verbindung mit Maßnahmen, um das Viertel attraktiver zu machen - z. B. durch neue Grünflächen.
Private Hauseigentümer, die mitmachen, erhalten eine Förderung für Bauarbeiten. Sie verpflichten sich im Gegenzug, die Mieten im Schnitt 15 Jahre nicht zu erhöhen. Dadurch könne eine "Gentrifizierung" - also ein Wechsel der Mieter nach der Sanierung - hintangehalten werden, so Ludwig.

Auf dem diesjährigen Programm steht das Areal bei der
Friedmanngasse, konkret zehn Gebäudeblocks in einem südlich der Ottakringer Straße gelegene Gebiet. Nördlich der Ottakringer Straße bzw. entlang des Hernalser Gürtels werden acht Gebäudeblöcke saniert. Auch vier Blöcke im Eurogate-Areal werden auf Vordermann gebracht.

Sanierungsprojekt Sonnwendviertel

Ebenfalls vorgesehen, aber noch nicht beschlossen, ist die Sanierung eines Areals im Sonnwendviertel, das
Stadtentwicklungsgebiet am künftigen Hauptbahnhof. Richtung Innerfavoriten sollen Immobilien saniert werden damit es keinen "Bruch" zwischen dem völlig neuen und dem bestehenden Areal gebe, so Ludwig.

Insgesamt sind derzeit 318 Sanierungsprojekte am Laufen. Das Gesamtbauvolumen belaufe sich auf 737,46 Mio. Euro, das Fördervolumen rund 457 Mio. Euro. Für weitere 233 Projekte sind die Bauvorbereitungen im Gang. Hierbei beträgt das Gesamtinvestitionsvolumen 441,39 Mio. Euro, die Unterstützung der Stadt beträgt 239 Mio. Euro. Vom Beginn bis zur Fertigstellung
dieser Projekte dauert es mehrere Jahre.

Geplant ist außerdem eine Novellierung der Förderbestimmungen. Dabei sollen etwa die Vorgaben für die höchst zulässigen Baukosten sowie die Grenzwerte für die Gewährung von Darlehen an die aktuelle Währungs- und Zinssituation angepasst werden. Außerdem gibt es heuer einen Topf, der mit 80 Mio. Euro gefüllt ist. Dabei handle es sich um Ergänzungsmittel für die Ausfinanzierung von jenen Projekten, bei denen die Hauseigentümer nicht mehr in der Lage sind, diese zu finanzieren, so Ludwig.

Wiener Mieten: relativ stabiles Niveau

In Wien gebe es 980.000 Wohnungen. Pro Jahr würden 50.000 Mietverträge neu abgeschlossen werden, jeweils die Hälfte im privaten und im geförderten Bereich.
Das Mietniveau in der Bundeshauptstadt sei relativ stabil, versicherte er. Die Mietpreise für den geförderten Bereich hätten sich entlang der Inflationsrate entwickelt. Bei den privaten Vermietern gehe er davon aus, dass sich der überwiegende Anteil an die gesetzlichen Bestimmungen halte.

Um Abhilfe gegen die schwarzen Schafe zu schaffen, fordert er ein Transparenzpaket, das unter anderem eine Deckelung der Zuschläge vorsieht. Der Stadtrat nahm auch Bezug auf die Offerte in Inseraten, die bei der Erstellung manch einer Statistik als reale Miethöhe
angenommen würden. Im Regelfall müsse davon ein Drittel abgezogen werden, sagte er. Seiner Meinung nach erfolgt die hohe Preisangabe aus taktischen Überlegungen, etwa von Maklern oder Hauseigentümern:
"Diese Mietpreissteigerungen sind zum Teil meiner Meinung nach auch bewusst in Umlauf gesetzt worden, um Mieter an höhere Mieten zu gewöhnen."
 (Schluss) dk/mac