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Bei billigen Wohnungen droht 2017 ein Preisschub

03.01.2017 | 12:51 |   (DiePresse.com)

Der Immobilienmaklers RE/MAX rechnet mit Preissteigerungen von durchschnittlich 5,1 Prozent im "unteren Immobilien-Preissegment".

Bild: (c) Die Presse (Clemens Fabry) 

Der Immobilienmarkt wird heuer das Rekordjahr von 2016 noch einmal übertreffen. Die Nachfrage wird stärker sein als das Angebot, in zentralen Lagen steigen die Preise deutlich und der Trend zum Einfamilienhaus verstärkt sich. Für dezentrale Lagen bleibt es aber schwierig, so der Ausblick des Immobilienmaklers RE/MAX. Heuer soll demnach die Nachfrage für Immobilien (Kauf und Miete) um 4,1 Prozent steigen, das Angebot um 2,6 Prozent und daraus resultierend die Preise um 3,9 Prozent.

 
Schlechte Nachrichten hat RE/MAX-Direktor Anton Nenning für jene, die im unteren Preisbereich nach einem Dach über dem Kopf suchen. "Im unteren Immobilien-Preissegment ist viel mehr Nachfrage, aber unvermindert viel zu wenig Angebot vorhanden. Daher werden genau in diesem Bereich weiterhin die Preise signifikant anziehen, mit allen möglichen sozialen Konsequenzen", warnt Nenning. In Zahlen ausgedrückt heißt das: Die Nachfrage steigt um neun Prozent, das Angebot um 0,8 Prozent - und somit die Preise um 5,1 Prozent.

Im mittleren Segment erwartet RE/MAX einen Preisanstieg von 3,4 Prozent, im oberen Bereich wird mit einem leichten Rückgang gerechnet. "Bei über 1.000 Euro Miete haben Sie in Wien sehr viel Auswahl", so RE/MAX-Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer am Dienstag vor Journalisten.

4,4 Prozent Plus in Wien

Aufgeschlüsselt nach Bundesländern erwartet RE/MAX in Wien noch mehr Dynamik mit einem Preisanstieg von 4,4 Prozent, wobei in Toplagen auch ein Plus von über sechs Prozent drinnen ist. Im Burgenland wird eine starke Nachfrage erwartet, die Preise werden aber trotzdem nur um 1,4 Prozent steigen. In Kärnten soll das Plus bei 3 Prozent liegen - wobei in Landgemeinden aufgrund der Abwanderung bei Preisen für Eigentumswohnungen ein Minus von 6 Prozent erwartet wird.

Positiver ist der Ausblick für Niederösterreich, wo es heuer ein Preisplus von 4 Prozent geben soll, wobei der Aufwärtstrend - entgegen der bisherigen Entwicklung - nicht vom Speckgürtel rund um Wien, sondern vom ländlichen Umland kommt, so RE/MAX. Wobei in ländlichen Gegenden nur ein Preisplus von 1 Prozent erwartet wird. Treibend sei hier der Trend hin zu Einfamilienhäusern. In Oberösterreich sollen die Preise um 2,4 Prozent steigen, bei Baugrundstücken wird sogar ein Plus von 5,4 Prozent prognostiziert.

In Salzburg wird ein Preisanstieg bei Miete und Kauf von 5,8 Prozent erwartet, das knapp über dem Anstieg in der Steiermark von 5,4 Prozent liegt. In Tirol hingegen soll das Preisplus nur bei 2,3 Prozent liegen, wobei es bei Baugrundstücken einen Zuwachs von 6,5 Prozent geben kann. In Vorarlberg soll das Plus bei Grundstücken gar bei 10 Prozent liegen.

Wohnungssuchende werden bescheidener

Die deutliche steigenden Wohnungspreise lassen die Wohnungssuchenden bescheidener werden. 2016 wurden bei Eigentumswohnungen im Schnitt sechs Quadratmeter, bei Mietwohnungen fünf Quadratmeter weniger gesucht, so die Onlineplattform ImmobilienScout24 am Dienstag.

In Zahlen heißt das: Drei Zimmer und 68 Quadratmeter hatte die durchschnittlich gesuchte Mietwohnung 2016. Dafür waren die Österreicher bereit, monatlich rund 870 Euro Miete zu zahlen. 2010 waren noch 73 m2 gefragt.

Eigentümer entschieden sich im Vorjahr im Schnitt für 88 m2 und dreieinhalb Zimmer. Dafür wurden jeweils rund 320.000 Euro investiert. Auch hier suchte man 2010 noch etwas mehr Luxus – nämlich 94 m2.

"Die Trends der letzten Jahre setzen sich fort. Die Österreicher geben sich mit weniger Fläche zufrieden und zeigen auch bei den Ausstattungsmerkmalen bescheidener", so Christian Nowak, Geschäftsführer von ImmobilienScout24 in Österreich. Als Flop des Vorjahres stellte sich der Energieausweis heraus: Nur 0,1 Prozent der Immobiliensuchenden fragten danach.