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Studie bescheinigt Vorarlberg Bestnoten für die Wohnbauförderung

09.02.2017 | 10:26 |   (DiePresse.com)

Höchste Pro-Kopf-Wohnbauförderung in ganz Österreich.

Bild: (c) dpa/Roland Weihrauch (Roland Weihrauch) 

Ein gutes Zeugnis stellt das Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen (IIBW) dem Wohnbau in Vorarlberg aus. Die derzeitige Bauleistung könne den Bedarf decken. Zudem investiere das Bundesland wie kein anderes in die Wohnbauförderung, pro Kopf seien Wohnbauförderung und -beihilfe in Vorarlberg am höchsten, sagte Studienautor Wolfgang Amann am Dienstag in Bregenz.

Sein privates Forschungsinstitut untersucht seit rund 20 Jahren die Performances der Wohnbauförderungen in Österreich. Für 2016 ist Amann voll des Lobes für Österreichs westliches Bundesland: "In wie vielen Bereichen Vorarlberg vorne liegt im Ländervergleich, ist bemerkenswert", so der gebürtige Vorarlberger, der seit 35 Jahren in Wien lebt. So überzeuge etwa die 2014 eingeführte Novellierung der Wohnbauförderungsrichtlinie, die auf einer Basisförderung und verschiedenen Boni beruhe, die etwa für Kinder, verdichtete Bauweise, Ökologie oder Barrierefreiheit gewährt werden. Obwohl zunächst skeptisch, sehe er, dass das Modell sehr gut greife. Es sei transparent, einfach anwendbar und auch in Sachen Steuerungswirkung ein Vorbild für andere Bundesländer.

Mit durchschnittlich 386 Euro pro Einwohner und Jahr wendet Vorarlberg von allen Bundesländern am meisten für die Wohnbauförderung auf. Mit elf Prozent des Landesbudgets lägen die Förderausgaben deutlich über dem Durchschnitt von etwa sieben Prozent. Dennoch könnten die gesamten Ausgaben ohne zusätzliche Landes- oder Bundesmittel bestritten werden. Sie stammten aus den Rückflüssen der aushaftenden Darlehen, berichtete Amann. Das sei vor allem einer "stringenten und langweiligen Strategie" zu verdanken: "Vorarlberg hat seine ausstehenden Darlehen als eines der wenigen Bundesländer nie verkauft."

Handlungsbedarf bei günstigem Wohnraum

Mit 6,5 Prozent ist der Durchschnitt der Bevölkerung, die Wohnbeihilfe bezieht, etwas höher als in Restösterreich (fünf Prozent). Mit 242 Euro pro Monat (151 Euro im Österreichschnitt) wird zudem auch wesentlich mehr pro Haushalt ausgezahlt. Kritisch beurteilte Amann allerdings die Koppelung der Wohnbeihilfe an eine Vollzeitbeschäftigung. "Für jene, die zu den schwächsten der Gesellschaft zählen, ist das eine mächtige Hürde", so der Experte.

Insgesamt betrachtet hat Vorarlberg 2016 mit 3.200 baubewilligten Wohnungen den vom IIBW berechneten Bedarf von rund 3.100 neuen Wohnungen mehr als gedeckt. Handlungsbedarf ortete der Experte allerdings nach wie vor bei günstigem Wohnraum und lobte in diesem Zusammenhang das klare Bekenntnis des Landes zur Gemeinnützigkeit im Wohnbau. 608 gemeinnützige Wohnungen seien 2016 gebaut worden, ergänzte der zuständige Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (ÖVP). Darin enthalten seien auch 50 Wohneinheiten des 2016 gestarteten Sonderwohnbauprogramms. Rüdisser und Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) bekräftigten die Anstrengungen der Landesregierung zur Mobilisierung von Leerständen. "Dort stehen wir noch immer am Anfang und kommen nicht recht vom Fleck", räumte Wallner ein und Rüdisser ergänzte: "Wir werden aber am Ball bleiben, bis sich der gewünschte Erfolg einstellt." (APA)