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Delle am Wiener Büromarkt

31.07.2017 | 12:47 |   (DiePresse.com)

Weniger Vermietungen im ersten Halbjahr aber Optimismus ist ungebrochen.

Bürocluster am Wienerberg
Bürocluster am Wienerberg / Bild: (c) Die Presse (Clemens Fabry) 

Weniger Vermietungen als erwartet, leicht sinkende Rendite bei hohen Investmentumsätzen und stabile Büromieten: So präsentiert sich laut Otto Immobilien der Wiener Büromarkt in der ersten Jahreshälfte 2017. Generell ortet man ein stabiles wirtschaftliches Marktumfeld und positive Stimmung bei Mietern, heißt es im aktuellen Update zum Büromarkt- und Investmentmarkt.

Schwankungen bei Vermietungsleistung

Die Vermietungsleistung moderner Flächen war mit rund 28.300 m² im 2. Quartal 2017 deutlich geringer als im Vergleichszeitraum des Vorjahres , das erste Halbjahr blieb demnach insgesamt hinter den Erwartungen zurück. Trotzdem sieht Otto Immobilien die Vermietungsleistung für heuer weiterhin bei rund 190.000 m². „Aufgrund des derzeit stabilen wirtschaftlichen Umfelds erkennen wir eine hohe Aktivität bei den Mietern, die Vermietungsleistung kann aber aufgrund einiger Großvermietungen, wie etwa der EMA, noch deutlich schwanken“, erläutert Alexander Fenzl, Prokurist und Leiter des gewerblichen Maklerteams.
Die Neubauleistung im 2. Quartal lag bei 34.100 m² zusätzlicher Büroflächen. Der Gesamtbestand beträgt mit Ende des 2. Quartals 5.631.027 m². In diesem Jahr sollen rund 150.000 m² an neuen Bürofläche hinzukommen, wovon bereits rund 92.000 m² oder 61 Prozent vorvermietet oder eigengenutzt sind.
Die Leerstandsquote ist seit dem Vorquartal von 5,5 auf 5,6 Prozent leicht gestiegen. Bis zum Jahresende erwarten die Experten aufgrund des hohen Fertigstellungsvolumens eine Steigerung der Leerstandsquote auf bis zu sechs Prozent.
Die Spitzenmiete blieb im 2. Quartal mit 25,75 Euro pro m² unverändert, ebenso die Durchschnittsmiete von 13,75 Euro pro m².

Büros dominieren Investmentmarkt

Am Investmentmarkt dominierten – nach zuletzt starken Umsätzen bei Hotels und Student-Housing - wieder klassische große Bürotransaktionen. So etwa der Verkauf von THE ICON (Signa) und des DC Towers (WED) an die deutschen Investoren Allianz und Deka sowie des Orbi Towers an die österreichische Bank Austria Real Invest.
Das Transaktionsvolumen in der ersten Jahreshälfte beläuft sich laut OTTO Immobilien daher bereits auf 2,3 Mrd. Euro, für das Gesamtjahr würde sich die Prognose für den Verkauf gewerblicher Immobilien auf rekordverdächtige 3,2 Milliarden Euro erhöhen.
Die Spitzenrendite für Büroimmobilien in Toplagen ist laut Otto Immobilien zum Ende des 2. Quartals erwartungsgemäß auf 3,9 % gesunken, so Abteilungsleiter Investment Dkfm. Christoph Lukaschek MBA, MRICS. „Gerade die Ankaufsprofile internationaler Investoren fokussieren sich klar auf Toplagen - durch den starken Wettbewerb um die wenigen verfügbaren Objekte kommt es daher zu sinkenden Renditen und steigenden Preisen“.

* Berücksichtigt wurden im Bericht dabei nach dem Vienna Research Forum-Standard nur moderne Büroflächen, die ab 1990 gebaut oder generalsaniert wurden und Qualitätskriterien wie Klimatisierung, Lift oder IT-Standard erfüllen.