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Wohnungspreise in fünf Jahren um 40 Prozent angezogen

30.08.2017 | 12:03 |   (DiePresse.com)

Grafik Der Preisanstieg bei Wohnungen im unteren Preissegment lag noch höher. Der Hot-Spot bei der Nachfrage bleibt Wien.

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Angebot geht zurück / Bild: APA/GEORG HOCHMUTH 

Die Preise für Eigentumswohnungen sind in den vergangenen fünf Jahren um 40 Prozent gestiegen und ziehen weiter kräftig an, wobei das untere Preissegment deutlich stärker zulegte. Im ersten Halbjahr 2017 wurden um acht Prozent mehr Wohnungen verkauft als noch im Vorjahreszeitraum, der Verkaufswert überschritt dabei erstmals die fünf Milliarden Euro-Marke, so der Maklerverbund Remax.

In den ersten sechs Monaten heuer wurde im Schnitt 3045 Euro für den Quadratmeter gezahlt. Wobei ein Viertel aller Wohnungen österreichweit weniger als 113.975 Euro kostete, ein weiteres Viertel mehr als 257.500 Euro. Die größte Nachfrage gab es in Wien, gefolgt von der Steiermark und Tirol. Den größten Preiszuwachs verzeichneten das Burgenland und Kärnten mit 50 Prozent.

"Der Wohnungsmarkt in Österreich boomt unverändert: Zum vierten Mal in Folge steigende Verkaufszahlen und zum dritten Mal in Folge ein absoluter Rekord", rechnete Remax-Chef Bernhard Reikersdorfer vor.

Dies bekamen vor allem jene zu spüren, die im unteren Preissegment Wohnungen suchten. "Der Wertanstieg im Jahresvergleich liegt im unteren Preissegment bei 9,5 Prozent und im Fünfjahresvergleich bei exakt 50,0 Prozent. Dagegen sind im oberen Preisviertel die Entwicklungen viel moderater", so Reikersdorfer. In dieser Preisklasse habe der Anstieg über fünf Jahre 33,4 Prozent betragen.

Er führt dies auf die wesentlich stärkere Nachfrage nach dem unteren Preissegment zurück. "Die Grenze zum untersten Viertel aller Quadratmeterpreise übersprang erstmals klar die 2.000 Euro Marke und liegt 2017 bei 2183 Euro. Die Grenze zum oberen Preisviertel liegt dagegen bei 3887 Euro", so Reikersdorfer.

Die unteren Preissegmente werden mehr nachgefragt, weil es auch mehr Kleinanleger gebe, die erstmals eine Eigentumswohnung kaufen, begründet Reikerstorfer im Gespräch mit der "Presse". Dies sei eine Folge der niedrigen Zinsen. Die Immobilie als Anlageform habe seit zwei Jahren in zahlreichen Umfragen die Spitzenposition inne. Zudem drängen derzeit viele junge Menschen in den Markt. Sie bevorzugen naturgemäß ebenfalls die unteren Preisbereiche.

Die größten Preissteigerungen nach Bezirken im Vergleich zum Vorjahr:

Die Bezirke mit den höchsten Preissteigerungen pro Quadratmeter seien weit gestreut, so der Remax-Chef weiter. In beispielsweise Wien-Rudolfsheim habe dies damit zu tun, dass es eine verstärkte Bautätigkeit für >Wohnungen im verkehrgünstig gelegenen Viertel rund um den Westbahnhof gebe. Dies gelte auch für andere Bezirke in Österreich. Sobald in einer kleineren Region ein Bauträgerprojekt verbüchert wird (Anm. im Grundbuch eingetragen wird), steigen auch die Preise für gebrauchte Wohnungen in dieser Gegend. Tendenziell könne man sagen, so Reikerstorfer, je mehr Neubauanteil, desto höher sei die Preissteigerung bei Eigentumswohungen.

Weiter steigende Preise zu erwarten

Für die Zukunft zeichnet sich aus den Internet-Daten vom August ab, dass das Angebot an Wohnimmobilien (Eigentumswohnungen und Häuser) im Vergleich zum Vorjahr spürbar rückläufig sei, nämlich um -8,3 Prozent.

„Das Angebot an Wohnimmobilien ist bereits seit Jahresbeginn rückläufig, die Nachfrage ist aber in weiten Teilen des Landes weiterhin ungebrochen gut. Dies hat dazu geführt, dass auch die Preise für Eigentumswohnungen im ersten Halbjahr 2017 in vielen Regionen angezogen haben“, so Reikersdorfer.

 

 

(APA/red./herbas)