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Eigentumspreise: Wiener Innenstadt überholt Kitzbühel

10.10.2017 | 11:25 |   (DiePresse.com)

Bei den Mieten holen die billigen Regionen auf.

Bild: (c) Tourismusverband Kitzbüheler Alpen - Brixental (Kurt Tropper) 

In welchen Orten Österreichs wohnt es sich am günstigsten, wo am teuersten? Diese Frage beantwortet der Immobilienexperte Bernd Gabel-Hlawa auf Basis der Preis-Analyse der Immobilien-Plattform FindMyHome.at1. Überraschend: Der letztjährige Spitzenreiter Kitzbühel wird im Bereich Eigentum überholt, der Speckgürtel Wiens holt im Bereich Miete auf.

50 Prozent Teuerung in billigen Regionen

„2017 wird deutlich, dass Mieten im gehobenen Immobiliensegment fallen“, so der FindMyHome.at Gründer und Geschäftsführer Bernd Gabel-Hlawa. Im Bereich Miete kostete die teuerste Region 2016, Velden am Wörthersee, noch 26 Euro pro Quadratmeter. In diesem Jahr liegt der Bezirk Kitzbühel in Tirol mit 23 Euro pro Quadratmeter als Spitzenreiter deutlich unter dem Schnitt vom Vorjahr. Gabel-Hlawa: „Gleichzeitig werden billige Lagen immer teurer: Konnte man 2016 vereinzelt noch Regionen finden, in denen die Miet-Immobilien im Schnitt vier Euro kosteten, so wohnt man 2017 mit sechs Euro pro Quadratmeter am günstigsten. Besonders in Wien wird ein Anstieg deutlich. So sind unter den teuersten zehn Mietregionen gleich sieben Wiener Bezirke.“ Die preiswertesten Miet-Immobilien Österreichs befinden sich dabei in Kärnten und Niederösterreich: In den Gemeinden Althofen und Mölbling, in der Stadt Sankt Veit an der Glan und Umgebung und im nordwestlichen Waldviertel mietet man am preisgünstigsten.

Aufsteiger des Speckgürtels

Mit Gumpoldskirchen und Langenzersdorf sind auch zwei Orte aus der Umgebung Wiens unter den teuersten Gemeinden im Bereich Miete. „Diese Entwicklung zeichnet sich erstmals 2017 ab: Gemeinden im Speckgürtel waren bisher vorrangig für Käufer interessant. Nun holen auch Miet-Objekte preislich auf. Gekauft wird dafür vermehrt in Regionen, die bisher als günstige Optionen galten, beispielsweise im südlichen Burgenland. Besonders für Pendler werden diese Orte interessant, da sie bereit sind, immer größere Strecken auf sich zu nehmen“, so Gabel-Hlawa.

Eigentum: Wien als alleiniger Spitzenreiter löst Kitzbühel ab

„Auch im Bereich Eigentum ist das Preisniveau in diesem Jahr generell gestiegen: Es gibt nur mehr zwei Regionen im Burgenland und in Niederösterreich nahe der Grenze, die mit Eigentums-Immobilien zwischen 500 und 600 Euro pro Quadratmeter besonders günstig sind“, kommentiert Gabel-Hlawa die aktuelle Lage. Besonders auffällig in diesem Jahr: „Die vier teuersten Bezirke liegen allesamt in Wien: Neben der Inneren Stadt mit 13.975 Euro pro Quadratmeter sind Josefstadt, Döbling und Wieden am teuersten. Erst an fünfter Stelle rangiert die Marktgemeinde Mondsee mit durchschnittlich 7.942 Euro pro Quadratmeter. Wien hat somit den langjährigen Spitzenreiter Kitzbühel als besonders teures Pflaster für Eigentums-Immobilien abgelöst. Aber auch in vermeintlich günstigeren Bezirken sind die Preise in Wien deutlich in die Höhe gegangen: Zum Beispiel ist der Quadratmeterpreis in Favoriten in nur fünf Jahren von durchschnittlich 1.700 auf 3.997 Euro gestiegen.