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Wiener Handel im Umbruch: "Wer nicht mitmacht, muss Platz machen"

06.12.2017 | 13:28 |   (DiePresse.com)

Die Wiener Otto Immobilien Gruppe beobachtet einen Verdrängungswettbewerb im Wiener Handel. Nur innovative Händler können langfristig überleben, heißt es im Retail-Marktbericht.

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Sujetbild / Bild: (c) APA/ROBERT JAEGER (ROBERT JAEGER) 

Wer nicht hip ist, verliert: Im Wiener Handel findet derzeit ein zunehmender Verdrängungswettbewerb statt, bei dem letztlich nur Unternehmen mit innovativen Ansätzen überleben werden. Dies geht aus dem jüngsten Retail-Marktbericht der Wiener Otto Immobilien Gruppe hervor, wie das Unternehmen mitteilte. Generell bleibt Wien für Handelskonzerne attraktiv, vor allem Top-Lagen sind weiter begehrt.

Als Beispiele für neue Lösungen wurden etwa "Omnichannel"-Konzepte, die Online-Handel, Vertrieb und stationären Handel kombinieren, genannt - oder auch ein Shop-Relaunch mit einem zeitgemäßen, modernen Design. Zudem würde auch eine starke Serviceorientierung immer wichtiger, da sie von Kunden heute mehr und mehr erwartet werde. "Künftig geht es für den stationären Handel immer mehr um das sprichwörtliche Einkaufserlebnis der Kunden mit allen Sinnen. Wer da nicht mitmacht, muss Platz machen", so Sorin Scurtu von der Otto-Gruppe.

Begehrt bei internationalen Ketten


Wien sei bei vielen internationalen Retailern nach wie vor ein begehrter Standort. Die "leicht gestiegene" Nachfrage konzentriere sich allerdings immer noch auf Top-A bzw. A-Lagen, während B- und C-Lagen weiter an Bedeutung verlieren würden. Die City-Toplage zwischen Kärntner Straße, Stephansplatz, Rotenturmstraße, Graben, Kohlmarkt und Tuchlauben gelte etwa nach wie vor als erste Adresse.

Hier hätten zuletzt internationale Händler zur Attraktivität des Standortes beigetragen. "Die Spitzenmieten liegen hier bei 400 Euro pro Quadratmeter und Monat bis hin zu sogar 600 Euro pro Quadratmeter. Diese werden aber tendenziell nur für sehr kleine Flächen bezahlt", erläuterte Scurtu. Die Rotenturmstraße gewinnt demnach aufgrund des bestehenden Handelskonzeptes, der diversifizierten Gastronomie und wegen der sehr hohen Passantenfrequenz immer mehr an Bedeutung und Attraktivität. Hier werden aktuell bis zu 180 Euro pro Quadratmeter und Monat bezahlt, laut Otto-Marktbericht mit steigender Tendenz.

Mariahilfer Straße: "Junge dynamische Mode"


Für den Einzelhandel auf der Mariahilfer Straße wurde ein Wandel in Richtung Gastronomie sowie "junger dynamischer Mode" beobachtet. Trotz kurzzeitiger Skepsis vor und während der Umgestaltung sei das Interesse an dieser hochfrequentierten Einkaufsstraße nach wie vor groß. Dazu würden auch die im Vergleich zur City etwas moderateren Mietpreise zwischen 50 und 180 Euro pro Quadratmeter entscheidend beitragen, hieß es.