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Park Hyatt parkt fix in Wien

04.08.2011 | 18:26 |   (Die Presse)

Wiens Luxushotelmarkt wächst weiter: Hyatt zieht 2013 Am Hof ein, 2012 kommt Kempinski, 2014 folgt Four Seasons. Eröffnung des Hotels ist derzeit für Juni 2013 anberaumt.

Wien/Red./Maki. Die Serie von Ankündigungen zog sich über mehrere Monate im Frühsommer – jetzt ist der Name offiziell. Und es ist ein nobler: Die weltweit mit rund 450 Häusern vertretene Luxushotelkette Park Hyatt zieht in die ehemalige Länderbank-Zentrale am Wiener Hof ein. Die Signa Holding, eine Immobilienfirma des Tiroler Investors René Benko, hatte das Gebäude bereits 2008 erworben, am vergangenen Mittwoch unterzeichnete man den Vertrag mit Park Hyatt in Zürich.

Die Bauarbeiten im denkmalgeschützten Gebäude sollen noch im August beginnen, die Eröffnung des Hotels ist derzeit für Juni 2013 anberaumt. Dabei verpasst Benko der Wiener Innenstadt gleich eine doppelte Ladung Luxus: Auf 1500 Quadratmetern eröffnet die italienische Modefirma Prada einen ihrer größten europäischen Flagship-Stores im selben Gebäude – zumindest für Benko, der in seinem Großprojekt „Tuchlauben“ im Sommer 2012 auch eine neue Filiale der Marke Louis Vuitton eröffnet, ist dies eine „geniale Ergänzung“ und das gesamte Hotelprojekt ein Zeichen dafür, das Wien zunehmend „weltstädtisch“ werde. Das Portfolio seiner Immobiliengesellschaft hat Benko in den vergangenen Jahren systematisch um prominente Standorte in der Wiener Innenstadt erweitert: 2007 kaufte er der Bawag ihren ehemaligen Hauptsitz – und Österreichs bekanntestes Penthouse, den Ex-Wohnsitz von Helmut Elsner – auf den Tuchlauben ab. Dort entsteht gerade ein Shoppingcenter inklusive Büros und Wohnungen, seit 2010 ist die Signa Holding zudem im Besitz des Bank-Austria-Kunstforum-Hauses auf der Freyung.

Warum sich die endgültige Bekanntgabe des Betreibers von ursprünglich Mai auf August verzögerte, erklärt ein Sprecher der Signa Holding auf Anfrage der „Presse“ mit „normalen Diskussionen, vor einem derart umfassenden Vertrag“. Im Mittelpunkt seien dabei vor allem finanzielle und ästhetische Details der Hotelausstattung gestanden – für Letztere wird nun teils ein holländisches Designbüro (Innengestaltung), teils der Wiener Architekt Heinz Neumann verantwortlich zeichnen. Neben 143 Zimmern wird das zwischen 1913 und 1915 erbaute Haus ein Restaurant im denkmalgeschützten Kassabereich der früheren Länderbank und einen großen Wellness-Bereich beherbergen, an der Ecke zur Bognergasse soll ein zweistöckiges Café entstehen. Der Hotelkomplex wird in die neue Fußgängerzone eingegliedert, die künftig über den Graben hinaus bis Am Hof reichen soll, inklusive Bogner- und Seitzergasse.

 

Shangri La weiter herrenlos

Mit dem Park Hyatt reiht sich ein weiteres Hotel in die Fünfsterneliga, die ihren Marktanteil in Wien in den kommenden Jahren um rund 450 Zimmer ausbauen wird: Ende 2012 ist im Palais Hansen an der Ringstraße die Eröffnung eines Hotels der Kempinski-Kette geplant, bis 2014 will der Eigentümer des ehemaligen Handelsgerichts in der Riemergasse das Haus in einen Standort der Marke Four Seasons umbauen. Nur ein potenzieller Luxuskandidat scheint nach wie vor ohne definierten Hausherren dazustehen: Eine fixe Entscheidung für neue Betreiber des Hotelgebäudes der Bauträger Austria Immobilien GmbH am Schubertring ist nach wie vor nicht bekannt. Die asiatische Shangri-La-Gruppe hat im Februar überraschend ihren Pachtvertrag gekündigt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.08.2011)