Artikel drucken Drucken Artikel kommentieren Kommentare Artikel senden Senden

Wenn der Hausrat auf die Reise geht

06.01.2017 | 17:21 |  Wolfgang Pozsogar (Die Presse)

Übersiedlung. Mit billigem Kleintransporter oder der Full-Service-Spedition – der Kunde hat die Wahl und das Risiko. Daneben gibt es aber auch für Do-it-yourself-Fans entsprechende Angebote.

THEMENBILD: WOHNEN, UMZUG, MIETEN
THEMENBILD: WOHNEN, UMZUG, MIETEN / Bild: (c) APA/HERBERT NEUBAUER 

Nicht nur die billigste Versicherung oder den günstigsten Kredit, auch das preiswerteste Umzugsunternehmen soll sich jetzt über das Internet finden lassen. Das versprechen zumindest Plattformen wie umzug-easy.at, derumzug.at oder intlmovers.at. Auf diesen Websites werden die Eckdaten des Umzugs eingetippt, danach melden sich Speditionen mit ihren Angeboten, aus denen der Umziehende das passende wählen kann.

Indirekte Checks

Die Plattformbetreiber nehmen für sich in Anspruch, bei den Web-Vergleichen nach möglichst objektiven Kriterien vorzugehen: „Zum einen prüfen wir mit dem Umzugsfirmen-Check etwa die Informationen zum Unternehmen. Zum anderen sammeln wir auf unserer Plattform aktiv Kundenbewertungen zu den Unternehmen ein“, erzählt Joern Hagenguth, Head of Relocation Services bei Immobilienscout 24, dem Betreiber von Umzug-easy. Neben solchen Bewertungen wird darauf geachtet, dass die Firmen über einen Gewerbeschein verfügen, „außerdem holen wir noch einige zusätzliche Informationen von den Betrieben ein“, berichtet Engin Mutlu von Visio Partners, dem Betreiber von derumzug.at.
Über die tatsächliche Qualifikation einer Umzugsfirma geben solche Bewertungen aber nur bedingt Auskunft. Um Ärger bei der Übersiedelung zu vermeiden, empfehlen Konsumentenschützer daher, bei der Auftragsvergabe unbedingt alle Details wie den genauen Umfang des Übersiedelungsgutes, die gewünschten Leistungen sowie den Preis schriftlich zu vereinbaren. Sind nur einige Kisten zu transportieren, werden die Leistungen des preisgünstigsten Kleintransporteurs möglicherweise ausreichen. Je heikler und umfangreicher die zu transportierenden Besitztümer sind, desto sorgfältiger sollte nach Meinung von Experten der Umzugspartner ausgewählt werden. Eine eigene Website, real klingende Bewertungen im Internet und vom Unternehmen genannte Referenzen helfen dabei. Für all jene, die das Risiko von Umzugsproblemen minimieren wollen, gibt es von der Fédération Internationale des Déménageurs nach internationalen Standards zertifizierte Speditionen. In Österreich sind diese Unternehmen auf amara.or.at zu finden. Ein Plus der dort gelisteten rund zwei Dutzend Firmen ist, so Karin Lang vom Amara-Mitglied Spedition Lang, die Ausbildung der Mitarbeiter. Selbst Packer absolvieren bei Lang mehrwöchige Schulungen, in denen etwa Lade- und Einpacktechniken gelehrt werden. Die Resultate eines solchen Trainings beschreibt Lang so: „Unsere Mitarbeiter wissen genau, wie man den Inhalt eines Kleiderschranks ein- und auspackt oder dass ein weiß bezogenes Sofa nur mit weißen Handschuhen angegriffen und für den Transport entsprechend geschützt verpackt werden muss.“
Lang sieht ihre Umzugsspedition als Dienstleistungsbetrieb und will mehr bieten als nur das Verpacken und Transportieren von Möbeln: „Auf Wunsch haben wir auch Pakete, da kümmert sich etwa ein Elektriker um die Übersiedlung und Montage der Beleuchtung, ein Reinigungsservice um eine saubere alte beziehungsweise neue Wohnung.“ Auch preislich sind, so Lang, die Arbeiten zertifizierter Speditionen durchaus erschwinglich: „Wird die gleiche Leistung gemessen, sind die Unterschiede zum Billigstanbieter nicht wirklich groß“, behauptet sie.

Umzugsboxen zum Mieten

Trotz solcher Komfortangebote setzt die Mehrzahl der Österreicher beim Umzug allerdings eher auf das schweißtreibende Do-it-Yourself. Das meint zumindest Ferdinand Schönburg. Der Unternehmensberater hat dafür – nicht zuletzt aufgrund eigener Erfahrungen – ein Produkt entwickelt, das dies erleichtern soll: Praktische Boxen aus Kunststoff, die im Vergleich zu den üblichen Kartons wesentlich stabiler sind und gemietet werden können. Unter dem Strich seien die GoFoxBox genannten Behälter trotz der besseren Eigenschaften preislich sogar günstiger als Kartonboxen, meint Schönburg.
Bislang gibt es das Angebot allerdings erst in Wien. Linz, Graz, Klagenfurt und Innsbruck sollen aber bald folgen.

Was Sie beachten sollten beim

. . . Umzug

Tipp 1

Richtig vergleichen. Bei der Suche nach dem richtigen Umzugsunternehmen hilft ein Blick auf entsprechende Internetplattformen. Über Portale wie umzug-easy.at, derumzug.at oder intlmovers.at lassen sich die verschiedenen Angebote miteinander vergleichen. Wer Wert auf eine international zertifizierte Spedition legt, wird auf der Website amara.or.at fündig.

Tipp 2

Gut versichert. Grundsätzlich ist das beförderte Umzugsgut versichert. Wird allerdings mit überladenem Lkw gefahren, oder hat das Unternehmen die Versicherung nicht bezahlt – beides kann bei finanzschwachen Betrieben vorkommen –, gibt es von der Assekuranz kein Geld. Wer Wertvolles zu übersiedeln hat, sollte seinen Partner also besonders gut auswählen.

Tipp 3

Genau vereinbaren. Alle Details des Umzugs sollten genau vereinbart werden. Das beinhaltet nicht nur die Anzahl der Kartons, sondern auch die Beschreibung der Möbelstücke, die Anzahl der Stockwerke an Start und Ziel sowie die bauliche Situation. Schriftlich festgehalten werden sollten zudem die vereinbarten Zusatzleistungen und natürlich der Preis.

 

Mehr Tipps für Ihre persönlichen Finanzen:
www.diepresse.com/meingeld