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Mein Boot, meine Villa, meine ganz private Insel

26.07.2013 | 18:29 |   (Die Presse)

Mehr Meer geht nicht. Vom Süßwasserzugang bis zum Piratenschutz: Wer ein Eiland kauft, hat andere Kriterien als bei klassischen Immobilien.

Mein Boot meine Villa

Unverbaubare Ruhelage, keine mühsamen Nachbarn, Meerblick so weit das Auge reicht: Die eigene Insel ist für viele der große, aber meist unerfüllbare Traum. Denn ganz günstig sind sie nicht, die Eilande – zumindest dann nicht, wenn man sie auch erreichen und bewohnen kann.

Gut zwölf Millionen Euro muss beispielsweise in die Hand nehmen, wer Ballast Key erwerben möchte, eine 110.000 Quadratmeter große Privatinsel rund 15 Kilometer westlich von Key West, an der absoluten Südspitze des US-Bundesstaates Florida. Dafür kauft man aber eine Legende mit, denn David Wolkowsky aka „Mr. Key West“, in dessen Privatbesitz die Insel seit knapp 50Jahren ist, verstand es zu feiern und illustre Gäste einzuladen. So zählten neben Künstlern wie Leonard Bernstein oder die Bee Gees auch britische Premierminister und griechische Prinzen zu den Menschen, die an den Stränden entspannten. Tennessee Williams kam hierher, um zu malen, und im James-Bond-Roman „Lizenz zum Töten“ rettet sich 007 auf eben jenes Eiland und ruft Wolkowsky in seinem Haus auf Key West an, um zu fragen, ob es diesem eh nichts ausmache, dass er hier eingedrungen sei. „Das Besondere an Ballast Key ist aber vor allem, dass die Insel weitgehend naturbelassen ist, keine gepflegte Gartenanlage, sondern wirklich weitgehend wilde Natur, inklusive der Haie vor den Stränden, eben das ganze spektakuläre Paket“, beschreibt es Monika Sundstrom, die als Maklerin für Engel&Völkers in Miami die Insel betreut. Entbehren muss man auf dem Eiland nichts, das Haupthaus weist allein 363 komfortable Quadratmeter im Keys-typischen Stelzenstil auf und bietet – no na – von jedem Zimmer aus Meerblick. Außerdem sorgen kleine Pavillons und ein Gästehaus dafür, dass man sich nicht auf die Flip-Flops steigt, und eine Wasseraufbereitungsanlage für ausreichend Flüssigkeit nach ausgelassenen Feiern.

 

Golfplatz im See

Nicht weniger luxuriös, aber doch ganz anders präsentiert sich eine nördliche Insel mit prominenter Vorgeschichte: Das Anwesen der früheren Eheleute Tiger Woods und Elin Nordegren nahe Stockholm hat aus naheliegenden persönlichen Gründen für die bisherigen Besitzer an Attraktivität verloren – für einen Käufer, der nicht auf südliche Gefilde fixiert ist, bleiben hier dagegen wenige Wünsche offen. Für rund sechs Millionen Euro bietet Vladi Private Islands die Insel derzeit zum Verkauf an, dafür gibt es 25 Hektar im Mälarensee inklusive einer 230 Quadratmeter großen Blockhausvilla, mit Pferdestallungen, fast 1000 Jahre alten Resten einer Wikingerfestung, einer modernen Landebahn sowie sechs Golfabschlagbereichen. Und wenn es abends zum Dinieren nach Stockholm gehen soll, legt die eigene Fähre vom eigenen Kai ab und erreicht die schwedische Hauptstadt binnen einer knappen Stunde.

Ein Punkt, der den Wert einer Insel ganz maßgeblich beeinflusst. Denn bei aller Sehnsucht nach Ruhe und Abgeschiedenheit ist die Frage, wie schnell man bei einem Notfall einen Arzt oder ein Krankenhaus erreichen kann, eine der wichtigsten beim Kauf einer Insel. „Mehr als 90 Minuten sollte es auf keinen Fall dauern, bis man per Helikopter oder Boot medizinische Versorgung erhalten kann“, weiß Vladi-Sprecherin Sabine Rollinger, auch wenn diese Notwendigkeit häufig unterschätzt werde. Denn egal, wie gesund ein Käufer heute ist, Notfälle können immer eintreten – und der Wiederverkaufswert einer Insel sinkt enorm, wenn sie zu weit abgelegen ist.

 

Hände weg von unsicheren Gewässern

Ein weiteres Kriterium, das es sehr genau zu hinterfragen gilt, sind die Eigentumsverhältnisse. In einigen asiatischen Staaten ist beispielsweise der Erwerb von Inseln nicht möglich, hier können lediglich Pachtverträge abgeschlossen werden. Was weitreichende Konsequenzen haben kann, da man sich beispielsweise in diesem Fall nicht gegen Enteignungen versichern kann – eine überaus unangenehme Situation, so es beispielsweise nach getätigten Investitionen dazu kommt, dass die Insel plötzlich zu einem Park erklärt wird oder strategische Bedeutung erlangt. Trotz aller Begeisterung sollten sich potenzielle Käufer auch genau anschauen, ob Baugenehmigungen, Süßwasserquellen oder Wasseraufbereitungsanlagen und Elektrizität vorhanden sind. Entscheidend ist auch die Frage, ob das Eiland das ganze Jahr über witterungsbedingt erreichbar ist und in einer Weltgegend liegt, die nicht unbedingt für Piraterie bekannt ist. Wenn all das zutrifft, ist zusätzlich ein Grundstück an Land – idealerweise in Sichtweite – eine lohnende Zusatzinvestition und häufig bereits im Preis enthalten. Hier kann das Auto oder der Bootstrailer geparkt und ein Lagerraum errichtet werden. Und vielleicht eine kleine Terrasse, auf der man einfach nur beglückt sitzen kann, aufs Meer hinausstarrt und sie anschaut: die eigene Insel. SMA

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.07.2013)

1 Kommentare
Sundreams
07.08.2013 09:32
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