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Gartengestaltung: Algen als Intimfeinde

03.03.2017 | 16:21 |  von Ursula Rischanek (Die Presse)

Wer einen Teich anlegen will, muss einige wichtige Vorkehrungen treffen. Sonst droht schnell ein Kippen des Wassers.

Auch kleine Teiche brauchen optimale Planung und Wartung, um lange Freude zu bereiten.
Auch kleine Teiche brauchen optimale Planung und Wartung, um lange Freude zu bereiten. / Bild: (c) Presse Fabry 

Libellen, die über der Wasserfläche schwirren, quakende Frösche oder auch ein Sprung ins kühle Nass – ein Teich im eigenen Garten ist in jeder Hinsicht eine Bereicherung. „Wer einen Gartenteich plant, sollte sich vorab einmal überlegen, welche Art von Teich es sein soll“, rät Clemens Lutz, Mitinhaber von Stalzerlutz Gärten. Die Bandbreite reicht vom nährstoffreichen und bepflanzten Naturgewässer über Mischformen bis zum klaren, nährstoffarmen und oft pflanzenfreien Gewässer, das auch in Form eines Naturpools errichtet werden kann.

 

Filter oder Natur

Während man bei den Naturgewässern teilweise sogar ganz ohne Technik – Pflanzen und Mikroorganismen übernehmen die Reinhaltung des Wassers und dessen Versorgung mit Sauerstoff – auskommt, ist diese bei Naturpools das Um und Auf. Hier übernehmen Filter die Reinigung. „Für welche Art man sich entscheidet hängt auch davon ab, wie sehr man den Teich pflegen will“, sagt Jörg Zecha, Chef von Argegarten. Wird ein Teich ohne Filteranlage bevorzugt, sollte auf alle Fälle genügend Platz vorhanden sein. „Wir reden da von Größen ab 200 oder 300 Quadratmetern“, sagt Zecha. Teiche in dieser Dimension hätten die notwendige Tiefe, die unter anderem auch dafür sorgt, dass sich das Wasser nicht zu sehr aufheizt. „Sonst kommt es zur verstärkten Algenbildung, und irgendwann kippt er“, erklären die beiden Gartenbauexperten. Gleichzeitig sollte der Teich nicht in der Nähe von Bäumen oder Sträuchern positioniert werden. Blätter, Blütenstaub oder herabgefallene Äste erhöhen, sofern sie nicht entfernt werden, nämlich den Nährstoffgehalt im Wasser, was ebenfalls die Algenbildung fördert. Im Herbst erweisen sich über den Teich gespannte Laubnetze in diesem Zusammenhang als nützlich. Gut hingegen ist es, wenn der Wind den Teich aufwühlen und so das Wasser durchmischen kann.

Aber auch wer weniger Platz hat, braucht nicht auf das erfrischende Nass zu verzichten. „Es gibt schon Teiche mit ein paar Quadratmetern Fläche“, sagt Lutz. Ohne Technik ist da allerdings die Gefahr des Kippens groß. Auch unter dem Aspekt, dass kleine Teiche an heißen Tagen bis zu zwei Zentimeter Wassertiefe verlieren können – „man muss also in Hitzeperioden regelmäßig nachfüllen“, sagt Zecha. Kleine Teiche haben den Vorteil, dass sie relativ einfach angelegt werden können, gibt es doch bereits fertige Becken in den verschiedensten Formen, die auch aus glasfaserverstärktem Kunststoff sein können: „Dieser hat den Vorteil, dass Reparaturen einfacher sind als bei Folienteichen. Man braucht nur einen Flicken über das Loch zu kleben“, erklärt Lutz.

 

Setzungsfreier Untergrund

Sind all diese Überlegungen abgeschlossen, kann mit dem Bau begonnen werden. Nach dem Entfernen von Steinen und Wurzeln kann das fertige Becken in die Grube gesetzt werden. Wer sich für einen Folienteich entschieden hat, sollte hingegen zuvor noch eine Schicht Sand oder ein Teichvlies einbringen und erst dann die Folie auflegen. „Ganz wichtig ist auch, dass der Untergrund setzungsfrei ist“, betont Zecha. Daraufhin wird der Teichgrund mit Kies bedeckt. „Wird kein Filter eingebaut, hilft auch eine Schicht aus Teichsubstrat und eine Lehmabdeckung, die Algenbildung zu verringern“, sagt der Experte. Bei der Bepflanzung des Teichs, aber vor allem der Randzone, sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Eines ist dabei jedoch wichtig: „Der Teichrand muss vom Rasen sauber abgetrennt sein, damit kein Dünger ins Wasser gelangt“, warnt der Argegarten-Chef.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.03.2017)