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Luxusurlaub für Leib, Seele und das gute Gewissen

11.08.2017 | 20:37 |   (Die Presse)

Fünf Sterne und ein Öko-Konzept können gut zusammenpassen.

Ruhe abseits der Hotspots verspricht die Ecolodge Instants d’Absolu.
Ruhe abseits der Hotspots verspricht die Ecolodge Instants d’Absolu. / Bild: (c) Ecolodge 

Alle wollen zurück zur Natur, aber keiner zu Fuß“ lautet ein altbekannter Spruch, der seit den 1970er-Jahren nichts an Aktualität verloren hat. Die gute Nachricht ist: Mit dem entsprechenden Budget muss das auch niemand. Denn wenn einst der Wunsch nach Luxus sich nur schwer mit dem nach Ursprünglichkeit und Natur vertragen hat, gibt es inzwischen eine Vielzahl von Eco-Lodges, nachhaltigen Urlaubsdomizilen und Feriendomizilen, die den Luxus natürlicher Materialien zelebrieren und dafür sorgen, dass niemand Einbußen in Sachen Komfort und Genuss hinnehmen muss. Eine kleine Weltreise zu besonderen und neuen Angeboten in Sachen Fünf-Sterne-Öko-Residenzen und -Unterkünfte.

Schön schlicht in Frankreich

In der französischen Ecolodge Instants d'Absolu südlich von Clermont Ferrand richtet man sich an den eher unaufgeregten Feriengast, der Ruhe abseits der Hotspots zu schätzen weiß – und Sehen und Gesehen werden eher als Belastung denn als Bonus betrachtet. Inmitten der Auvergne haben Laurence Costa und Daniel Siegel 2010 ihr 300 Jahre altes Farmhaus als Lodge und Spa neu eröffnet und bei ihrem Designkonzept Wert darauf gelegt, dass sich die Umgebung aus Wald, Wiesen, einem angrenzenden See und der Vulkanlandschaft auch in den neu gestalteten Räumen spiegelt. Bei der Gestaltung der zwölf Zimmer wurde der raue und rohe Stil des alten Gebäudes aufgegriffen und mit natürlichen Materialien wie Bast, Holz und Fellen in Kombination mit Perlmutt- und Metalldetails sowie viel Licht in eine warme, stilvolle und schlichte Atmosphäre verwandelt. Unbehandelte Baumstämme wurden zu Nachttischen verwandelt, die Laken und Decken aus Leinen und Kaschmir sollen genauso für Wohlbefinden und Entspannung sorgen wie das – zumindest in den Zimmern – bewusst fehlende Telefon und WLAN.

In den Gemeinschaftsräumen der Lavastein-Architektur wird vor einem monumentalen Kamin unter gewaltigen Kronleuchtern aus Hirschgeweih an einer langen Tafel aus recyceltem Holz natürlich regional und saisonal gegessen; zu den Spa-Angeboten gehören Dampfbad, Sauna und Massagen sowie ein Außenwhirlpool mit Blick auf den See. Die Kosten für das nachhaltig naturnahe Urlaubserlebnis beginnen bei 305 Euro inklusive Vollpension, Infos gibt es unter:

http://www.ecolodge-france.com

 

Naturschutz in Ägypten

Wer exotische Urlaubserlebnisse mit der Förderung von Naturschutz verbinden will, hat dazu seit Kurzem im ägyptischen Gorgonia Beach Resort Gelegenheit. Die Fünfsterneanlage am Roten Meer liegt am Rand des drittgrößten Nationalparks Ägyptens, dem Wadi el-Gemal, und hat sich einem sanften und nachhaltigen Tourismus verschrieben, was nicht zuletzt auch im ureigenen Interesse des Taucherressorts mit eigenem Hausriff ist. Neben dem Schutz des Meeres engagiert man sich aber auch gemeinsam mit den im Tal der Kamele lebenden Beduinen für den Schutz des Ökosystems Wüste. Und hat jetzt in der Anlage auch ein Eco Tourism Centre eröffnet, um den Reisenden Einblicke in die Natur zu vermitteln und für einen respektvollen Umgang mit den Ressourcen zu werben. Wer will, kann sich im Urlaub auch aktiv an Strandsäuberungsaktionen beteiligen. Und wer den Strand lieber gleich sauber genießen will, hat dazu genauso Gelegenheit wie zu dem klassischen Touristenprogramm mit Boots- und Tauchtouren, Beduinen-Dinner und Zelten in der Wüste.

Herkömmlichere Urlaubsfreuden hingegen umfassen Pools und Spa-Anlagen, Restaurants oder Bars.

Infos unter:

www.gorgoniabeach.com

oder

www.wadielgemal.com


Die Kombination aus gediegener Eleganz und gehobenem Farmleben samt kulinarischen Erlebnissen aus eigenem, biozertifiziertem Anbau können die Gäste des Monaci delle Terre Nere genießen. Das Hotel liegt am Fuße des Ätna und ist Teil einer Farm, die Wein, Oliven, Kräuter, Obst und Gemüse mit Biosiegel produziert. Und diese Produkte natürlich den Gästen serviert – im Sommer auf Wunsch unter freiem Himmel, im Winter in der alten Weinpresse.

Glanz vergangener Zeiten

Gewohnt wird auf dem Anwesen in insgesamt 20 Suiten, die sich auf das Haupthaus und diverse Nebengebäude verteilen. Die Villa selbst stammt aus dem 18. Jahrhundert und verströmt den Glanz vergangener Zeiten, im Inneren des Hauses wurde allerdings auf die Kombination von Alt und Neu gesetzt: Hier finden sich rohe Wände aus Lavastein, gemauerte Bettnischen und Alkoven sowie antike landwirtschaftliche Gerätschaften und schwere, alte Deckenbalken neben zeitgenössischen Kunstwerken, Designermöbeln und freistehenden Badewannen. Außerdem gehört natürlich ein Pool inmitten von Olivenbäumen zu dem mehrfach ausgezeichneten Haus. Übernachten kann man auf dem Anwesen, das schon in Publikationen wie „Schöner Wohnen“, „Architectural Digest“ oder dem „Conde Nast Traveller“ präsentiert wurde, am nobelsten in der Royal Suite, die ab 640 Euro für zwei zu haben ist.

Infos:

www.rlaubsarchitektur.de


Barfußluxus auf Madagaskar

Auf Madagaskar hingegen hat dieses Frühjahr das erste Fünf-Sterne-Öko-Luxusresort eröffnet, das nach eigenen Angaben eine Mischung aus „Barfußluxus, modernem Design und handgefertigter Schönheit“ ist. Auf der Privatinsel Nosy Ankao auf 15.000 naturgeschützten Hektar gelegen, wurde das Miavana (das Wort bedeutet auf Madegassisch „zusammenbringen“) von den Architekten Silvio Rech und Lesley Carstens designt. Insgesamt 14 Villen stehen hier auf der Westseite der Insel, nachhaltig ausgestattet mit allen Annehmlichkeiten der Moderne, ohne jedoch so auszusehen.

Vielmehr sorgen Materialien wie Palmwedel, lokale Steine, handgemachte Sessel, handgefärbte Vorhänge und eine Farbpalette, die sich an Sonne, Meer und Strand orientiert, für ein Hippie-Beach-Feeling auf höchstem Niveau. Zu haben sind die Ein- bis Drei-Zimmer-Villen zu Preisen ab 2500 Dollar (rund 2130 Euro) pro Person und Nacht. (sma)

Infos:

https://timeandtideafrica.com/miavana


[NR5OK]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.08.2017)