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Wohnen ganz oben mit Ausblicken zum Angeben

01.09.2017 | 18:29 |   (Die Presse)

Neues aus der Oberliga des städtischen Wohnens.

Visualisierung eines neuen Penthouse im revitalisierten Beatrixbad.
Visualisierung eines neuen Penthouse im revitalisierten Beatrixbad. / Bild: (c) EHL 

Sie sind die Ersten, die bei neuen Projekten für Furore sorgen, und häufig die Letzten, die verkauft werden: Die Dachgeschoßausbauten sind die Filetstückerln und Prestigeobjekte, hier gibt es spektakuläre Glaskonstruktionen und Galerien, Whirlpools und Sonnenterrassen. Außerdem im Idealfall kaum Ein-, dafür aber jede Menge Ausblicke – wahlweise auf den Stephansdom oder die Weinberge. Ganz oben bekommt der Städter auch am meisten Licht, und außerdem hat es einfach etwas Erhabenes, wenn nur unter, nicht aber über einem gewohnt wird.

 

Oberste Liga

Zwar haben die obersten Regelgeschoße in den klassischen Wiener Zinshäusern während der vergangenen Jahre in der Beliebtheit gegenüber den Dachausbauten wieder mächtig aufgeholt und ziehen bei besonders schönen Objekten auch preislich hin und wieder gleich, grundsätzlich ist aber das Dachgeschoß noch immer die sprichwörtliche oberste Liga. Nur hier lassen sich die Höchstpreise im städtischen Luxussegment erzielen – und diese können im Ersten durchaus zwischen 20.000 und 25.000 Euro pro Wohnquadratmeter betragen. Was auch der Grund ist, warum die Toptops meist das Schlusslicht beim Verkauf bilden: Hier sind die Quadratmeter nicht nur von Haus aus teuer, sondern zumeist auch viele. Weshalb der Kreis der potenziellen Käufer, der sich diese Liegenschaften leisten kann und will, auch entsprechend kleiner ist. Letztendlich findet sich aber immer jemand, der das Leben über den Dächern von Wien zu schätzen weiß, weshalb der Elan der Entwickler nach wie vor ungebrochen ist. Ein Überblick über Neues ganz oben.

So steht derzeit etwa noch eines der beiden Penthouses der Goethegasse1 zum Verkauf, das Mitte kommenden Jahres fertiggestellt werden soll. Oberhalb der Ballettschule der Oper und der Kostümwerkstatt der Bundestheater entstehen hier 200 Quadratmeter Wohnfläche verteilt auf den Wohn-Ess-Bereich, drei Schlafzimmer, zwei Bäder. Dazu gibt es eine Dachlandschaft – auf Wunsch mit Outdoorküche und Spa. Im Inneren beeindrucken Raumhöhen bis zu 3,50 Meter und bodentiefe Fenster sowie die Ausstattung, für die unter anderem die Firmen Interior Moments – Isabelle Farrokhnia und Ateliers Christian L. Einwaller verantwortlich zeichnen. Vermittelt wird das Penthouse über Otto Immobilien, der Preis liegt bei 6,5 Millionen Euro.

 

Im Dritten

Ein prominentes Darunter haben gleich fünf Dachgeschoßwohnungen, die sich aktuell im Dritten in der Fertigstellung befinden: Wo anno 1888 das älteste Wiener Bad eröffnete, wurde das einst nach Entwürfen von Josef von Wieser gebaute Haus des Beatrix-Bades jetzt modernisiert, wobei auf die Erhaltung des Altbaucharmes großer Wert gelegt wurde.

Insgesamt 26 Wohnungen sind entstanden, darunter fünf Penthouses – die naturgemäß mit Ausblicken zum Angeben aufwarten können: In dem 206 Quadratmeter großen Penthouse um rund 3,2Millionen Euro lässt sich der Stephansdom in voller Schönheit nicht nur von der Couch und dem Esstisch aus genießen, sondern gehört vor dem großen, schrägen Schlafzimmerfenster auch gleich zum ersten Anblick in der Früh.

Wobei die künftigen Besitzer der anderen Penthouses ebenfalls nicht darben müssen, Alternativen zum Stadtpark- und Stephansdom-Blick sind unter anderem der Prater und das Riesenrad. Neben den Panoramen hat dieses Penthouse aber auch noch vier Zimmer und zwei Bäder zu bieten, außerdem winken den künftigen Besitzern ein direkter Zugang zu einem Highend-Fitness- und Wellnessstudio und einer Tiefgarage mit 17Plätzen. Vermittelt werden die Wohnungen über EHL-Immobilien.

 

Im Vierten

Ebenfalls ein Stephansdom-Panorama verspricht das Projekt „Edler Living“ den künftigen Penthouse-Besitzern. In dem nach dem einstigen Wiener Bürgermeister Stephan Edler von Wohlleben benannten Projekt in der gleichnamigen Gasse werden derzeit 39 Eigentumswohnungen in dem ehemaligen Sitz der belgischen Botschaft im Vierten entwickelt. In dem Haus aus den 1980er-Jahren muss auf Denkmalsschutzbedürfnisse keine Rücksicht genommen werden, was sich vom Whirlpool auf der Dachterrasse bis hin zu den schmalsten Rahmen an den großzügigen Verglasungen ausdrückt. Derzeit gibt es für das Penthouse nur einen Planvorschlag, der dann mit den Käufern detailliert fertiggestellt wird. Dieser sieht momentan auf den 200Wohnquadratmetern eine Wohnküche, eine Extraküche, drei Schlafzimmer und zwei Bäder vor. Zu den Außenflächen gehören gut 90 Quadratmeter Terrasse, von denen jeweils zehn vor dem Wohn- und dem Schlafbereich liegen. Hinzu kommt eine 70 Quadratmeter große Rooftop-Terrasse, die eine Etage höher liegt und Anschlüsse für einen Whirpool, eine Outdoorküche und TV bietet. Viel Grün gibt es im Innenhof, wo 220 Quadratmeter dem Penthouse zugeordnet sind. Vermakelt wird das Objekt über EUM-Immobilien, der Kaufpreis beträgt 2,95 Millionen Euro.

 

In Grinzing

Nicht nur Zinshäuser bieten den perfekten Unterbau für luxuriöse Penthouses, auch in den Dachetagen von Villen der Jahrhundertwende lässt es sich hervorragend leben. Beispielsweise in einer Mehrfamilienvilla in Grinzing, in der derzeit fünf Wohnungen im Zuge einer Generalsanierung entstehen – mit einem Penthouse als Sahnehäubchen. Auf 273 Quadratmetern kann nach der Fertigstellung im Dezember auf den beiden obersten Etagen logiert werden, die jeweils durch einen direkten Liftausstieg erreichbar sind. Ganz oben findet sich der offene, südseitig ausgerichtete Wohn-Ess-Kochbereich mit vorgelagerter Terrasse. Im Stockwerk darunter gibt es neben einer weiteren Terrasse drei kleinere Schlafzimmer mit Bad und WC sowie einen Masterbedroom, dessen En-suite-Bad für Wellnessvergnügen sorgen soll. Für den Wow-Effekt der Dachwohnung sorgen allerdings – Bäder und Quadratmeter hin oder her – die großflächigen Verglasungen, die große Ausblicke über die Weinberge ermöglichen. Vermittelt wird die Wohnung über Marschall Immobilen, aufgerufen sind dafür 3,9 Millionen Euro. (SMA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.09.2017)