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Die Prachtexemplare des Wohnens in der Innenstadt

09.02.2018 | 21:57 |   (Die Presse)

Penthäuser. Sie sind die teuersten urbanen Objekte und Gradmesser für die Marktlage.

Beim Park View-Projekt am Ring hat man nicht am Platz gespart.
Beim Park View-Projekt am Ring hat man nicht am Platz gespart. / Bild: (c) Rainhard Lehninger/ Kalandra Immobilien 

Exklusiver geht es nicht: Wenn es um die Frage geht, welche Höchstpreise sich bei einer Liegenschaft oder gleich einer ganzen Innenstadt erzielen lassen, beginnen die Antworten zumeist mit „Im Penthouse kostet es...“ Das ist in London und New York nicht anders als in Wien: Wann immer es um die Überwindung der legendären 30.000-Euro-pro Quadratmeter-Grenze im Ersten geht, ist die Rede von besonders exklusiven Objekten – mit dem Nachsatz „Wenn alles passt, natürlich.“

Und bei einem Penthouse muss eine Menge passen, wenn es ganz oben in der Liga der Luxusliegenschaften mitspielen will. Dazu gehören zwingend Terrassen auf der Wohnebene, wenn nicht gar in allen Himmelsrichtungen. Denn Nachbarschaft gehört nicht zu den Dingen, die man über den Zaun hinweg pflegen möchte. Außerdem hat das echte Penthouse ausschließlich gerade Wände, für Schrägen gibt es daher Abzüge in der B-Note. Pluspunkte lassen sich dagegen wieder mit einem Lift zur Alleinbenützung sammeln, richtig Eindruck macht außerdem ein Pool auf der Terrasse. Dass all dieser Luxus seinen Preis hat, versteht sich von selbst – weshalb Penthäuser auch immer ein guter Gradmesser für die Frage sind, ob man sich in einem Käufer- oder Verkäufermarkt befindet. In Letzterem sind sie nämlich die ersten Einheiten, die von den Luxusobjekten verkauft werden; in Ersterem geht es eher von unten nach oben. Im Moment dürfen sich künftige Penthousebesitzer in Wien aber durchaus über die Möglichkeit zum Aussuchen freuen – mit teils wirklich spektakulären Objekten. Eine Auswahl der aktuell ganz großen Ausblicke in der und auf die Stadt.

 

? Am Ring

In die Kategorie „ganz großer Luxus“ fällt zweifellos das Park View-Projekt direkt an der Ringstraße. Hier hat das Architektenpaar Einwaller das Thema „Think big“ bis in die kleinsten Details umgesetzt.

Was schon bei der Raumaufteilung der beiden 248 und 191 Quadratmeter großen Einheiten beginnt: Statt zahlreicher Schlafzimmer und Wohnräume finden sich lediglich zwei Schlafräume, die wie großzügige Hotelsuiten gestaltet sind. Das aber – genau wie die Wohnbereiche, Bäder und Küchen – mit extrem ausgesuchten Materialien. Diese reichen von Stabfischgrätböden, deren Stäbe für jeden Raum einzeln zugeschnitten wurden, bis zu speziellen Stahlträgerverkleidungen an den Fensterfronten, mit denen dem Motto „A little bit of Paris, a little bit of New York and a lot of Vienna“ Rechnung getragen wurde.

Wie viel Wien dabei ist, wird spätestens dann augenscheinlich, wenn man eine der diversen Terrassen betritt: Da reichen die Blicke vom Stephansdom über den Stadtpark bis zum MAK – die in der größeren der beiden Einheiten auch aus dem großen Pool heraus genossen werden können. Den Preis für diesen Luxus gibt es nur auf Anfrage, vermittelt werden die Penthäuser über Kalandra Immobilien.

 

? Bei der Oper

Nur ein paar Straßenbahnstationen weiter, bei der Oper, wartet ein ebenfalls mächtig luxuriöses Penthouse samt Pool auf neue Bewohner. Über 278 Quadratmeter und zwei Etagen erstreckt sich die Wohnfläche, die große Dachterrasse hat zusätzliche 150 Quadratmeter. Auf der unteren Etage finden sich drei Schlafzimmer mit En suite-Bädern und Ankleiden, über eine offene Treppe geht es dann in den 86 Quadratmeter großen Wohn-Ess-Kochbereich samt Wintergarten. Von hier aus können die Ausblicke wahlweise durch die großen Fenster oder von den windgeschützten Terrassen mit Panoramaverglasung genossen werden; den ganz großen Ausblick über den Karlsplatz und Musikverein gibt es dann von der Dachterrasse darüber. Der bei passendem Wetter natürlich auch aus dem Pool heraus genossen werden kann. Für weitere Pluspunkte sorgen unter anderem ein wohnungsinterner Lift sowie ein Panikraum mit eigener Notstromversorgung. Vermittelt wird das Penthouse über Marschall Immobilien, aufgerufen sind dafür 7,3 Millionen Euro.

 

? Unter goldener Kuppel

Eine glänzende Variante der Spezies Penthouse findet sich auf dem Palais Kolin: Hier wurde der Dachausbau des einst von k. u. k. Stadtbaumeister Otto Thienemann errichteten Hauses mit goldenen Lochplatten verkleidet, womit Teile der Fassade wie eine goldene Kuppel anmuten. Hinter diesen verbirgt sich unter anderem eine Wohneinheit auf zwei Ebenen, zu der insgesamt 159 Quadratmeter an Terrassen und Balkonen sowie eine Dachterrasse mit Jacuzzi gehören. Im Inneren wird auf knapp 240 Quadratmetern gewohnt: Auf der unteren befinden sich drei Schlafzimmer und zwei Bäder, darüber der große offene Wohnbereich sowie die Küche, die in der goldenen Kuppel untergebracht ist und das Kochen mit Blick auf den Stephansdom möglich macht.

Diese Ebene wartet auch mit einer gut 80 Quadratmeter großen Terrasse mit Jacuzzi auf, eine zusätzliche Dachterrasse befindet sich darüber. Zu den Serviceangeboten im Haus gehört ein Concierge, außerdem kann ein gemeinschaftlicher Fitnessbereich genutzt werden. Die Kosten für das Penthouse liegen bei sechs Millionen Euro, vermittelt wird es über Wohnkonzept Immobilien.

 

? Im Grünen

Und sogar ein echtes Penthouse mit allen Echtheits-Insignien wie ausschließlich geraden Wänden, Privatlift in die Wohnung, allen Räumen auf einer Wohnebene und daran anschließende Terrassen mit 360 Grad-Blick ist derzeit zu haben – wenn auch nicht in der Innenstadt. Dafür gibt es auf der Pötzleinsdorfer Höhe Blicke wahlweise auf die Stadt oder Neustifter Weinberge, die Bellevuestraße, den Kahlenberg und den Leopoldsberg. Diese können wahlweise von den umlaufenden oder der darüber liegenden Dachterrasse genossen werden können.

Gewohnt wird auf knapp 150 Quadratmetern, bei deren Aufteilung und Ausstattung die künftigen Bewohner derzeit noch mitreden können, da die Villenetagen erst heuer im Frühjahr fertiggestellt werden. Vermittelt wird das Penthouse über Selected Homes, der Preis liegt bei 2,18 Millionen Euro. (SMA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.02.2018)